Flaneid-Autor
Wem Feiertage gewidmet waren, war eine leichte Frage. Wem sie gehörten, war eine andere.
von Max Adorf
Alle anderen schimpften über die Spritpreise. In Flaneid ging es um Wesentlicheres.
Der Gemeindeausschuss sorgte sich um die Demokratie und wollte die Bürger belehren. Die Rechnung war gesalzen.
Die Flaneider Führung sorgte sich angesichts der politischen Großwetterlage um ihren Fortbestand und dachte an Baumaßnahmen.
Krisen führen zu Forderungen. Die Flaneider Führung beriet, was man gegen Letztere tun konnte.
Die Flaneider fürchteten nur, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fiel. Oder irgendwas dazwischen.
In schwierigen Fragen hatten Recht und Politik oft dieselben Methoden. Und die Flaneider sahen sich gerade in einer guten Verhandlungsposition.
Früher wünschte man sich einen Platz an der Sonne. Aber das Klima konnte auch Wünsche wandeln.
Immer, wenn größere Probleme auftauchten, führte das bei den Flaneidern zu Grundsatzfragen. Und Kopfweh.
Not macht nicht nur erfinderisch, sondern auch streitsüchtig. Wie anderswo beanspruchten auch in Flaneid alle das knappste Gut für sich.
Als Paläste zu Pulver wurden, machte sich die Flaneider Gemeindeführung Sorgen um ihre Autorität. Und tat etwas.
Die Flaneider ließen sich nicht gern strafen. Der Staat hatte andere Aufgaben, fanden sie.
Die Gemeindeführung entwarf Rezepte zur Dorfbelebung. Doch die Hauptzutat war gerade nicht da.
Alle wollten Hitzeferien, die Bürger genauso wie die Politik. Aber sie gönnten sie einander nicht.
Zu Herz Jesu stellte sich den Flaneidern eine Grundsatzfrage: Wem gehören die Berge? „Mir“, war die einhellige Antwort.
Heiraten ändert den Menschen. Oft sogar ein ganzes Dorf. Die Flaneider drohten mit ihrer besten Tradition.
Tirol hatte den Brenner gesperrt und eine Pandorabüchse geöffnet. Die Flaneider übten schon den Aufstand.
Die Flaneider richteten ihre Arbeitstage nicht nach dem Kalender aus. Und sie wurden böse, wenn man sie ihnen nehmen wollte.
Verdacht säen, war heutzutage leicht. Dazu brauchte es nur Internet und eine durchschnittliche moralische Größe.
Die Gemeinde stand vor einem Problem, das sie nicht sah. Und vor einer Lösung, die sie befürchtete.
Die Flaneider ließen sich nicht gerne dreinreden, wenn es um ihre Identität ging. Doch die war zweischneidig.
Die Gemeindeführung stand vor schwer lösbaren Herausforderungen: die Ölkrise und jemand, der daraus Kapital schlagen wollte.
Sport ist gesund, bringt die Völker zusammen und lenkt wunderbar ab. Zum Beispiel von den Vorhaben der Gemeinde.
Immer mehr unbekannte Flugobjekte kreisten über dem Dorf. Die Gemeinde fragte sich, was man dagegen oder daraus machen könnte.
Das Kreuz der Flaneider Politik war, dass sich die Bürger gerne aufregten. Wo sie auch waren. Derzeit an der Tankstelle.
Immer mehr Länder wollten der Jugend das Handy versauern. Die Flaneider gingen noch viel weiter.
Das Land stellte die Gemeinde vor eine unlösbare Aufgabe: Sie sollte aufnehmen. Was? Oder mit wem?
Demonstrieren ist keine Spontanhandlung, sondern will überlegt und gekonnt sein. Die Flaneider hatten in beidem Nachholbedarf.
Die Flaneider hielten nicht viel von der Justiz, der auch Andreas Hofer zum Opfer gefallen war. Aber es gab Schlimmeres.
Die Flaneider dachten viel. Und oft so laut, dass es auch die Flaschen hörten.
Die geistig-kulturelle Landeseinheit steht fest auf beiden Beinen. Unsicher wird sie, wenn sie sich bewegen muss. Etwa beim Sport.
Spitzensport hat klare Regeln, wie das Leben. Mit beidem kamen die Flaneider schlecht zurecht.
Wie Europa fühlten sich auch die Flaneider direkt angegriffen. Und planten Gegenmaßnahmen.
Die Flaneider nahmen den „Dry January“ so ernst, dass sogar der Gemeindeausschuss auf dem Trockenen blieb.
Die Gemeindeführung hatte Verdauungsprobleme. Da half nur ein bitteres Gegenmittel.
Was tun, wenn die falschen Gäste kommen? Der richtige Umgang mit Geld brachte die Flaneider immer wieder in Verlegenheit.
Um das neue Gesetz zur Gemeindepolizei gab es Sorgen und Hoffnungen. Je nachdem, auf welcher Seite man war.
Kann man Geschmack verordnen? Die Flaneider versuchten und bereuten es.
Auch die Flaneider wollten im Zieleinlauf zu Weihnachten gut sein. Und wurden immer besser.
Die Flaneider Kaufleute wehrten sich gegen zu frühe Rabatte. Man setzte auf Zusammenhalt und Orientierungssinn.
Raubt künstliche Intelligenz uns die Arbeit? Der Gemeindeausschuss überprüfte das gewissenhaft.
Sport bringt die Völker zueinander. In letzter Zeit viel zu nahe, wie man an den blauen Augen erkennen konnte.
Anderswo wurden Haushalte hinausposaunt, bevor sie im Kasten waren. Die Flaneider Gemeinde kannte die Gefahren.
Manche fühlen sich besser, wenn es anderen schlechter geht. Der Gemeindeausschuss war bereit, dafür auch zu leiden.
Die Flaneider fanden die Welt im Großen und Ganzen recht nett. Aber wehe, sie bewegte sich.
Das Land verzichtete auf Pressekonferenzen. Die Flaneider Bürgermeisterin versuchte, die Lücke zu füllen.
Gehälter sind zwei Paar Schuhe, fand der Gemeindeausschuss. Und manche zieht man lieber an.
Die Flaneider Politik hatte selten Gelegenheit, sich über die großen Fragen der Menschheit zu streiten. Aber wenn, dann nutzt man sie.
Die Politik war wieder dabei, ihre Kosten anzupassen. Die Flaneider Führung nahm sich ein Beispiel.
Im Wein liegt die Halbwahrheit, in der Zeitung steht die andere Hälfte. Die Flaneider versuchten, beides zusammenzubringen.
Mangels besserer Ideen wollte die Gemeindeführung den Kindern den Schulweg erleichtern. Und machte sich eigene Erfahrungen zunutze.
Auch die Flaneider diskutierten heftig über die Rolle der Frau und die Bedeutung der Tradition und überhaupt.
Was war der moderne Mensch ohne Handy? Und die Schule wollte ihm nun seine Lebensgrundlage nehmen! Hilfe kam von außen.
Die Mitglieder des Gemeindeausschusses hatten heuer wieder hehre Reiseziele. Nicht alle wurden erreicht.
Ähnlich dem Raubwild, versuchten die Flaneider, auch noch das Letzte aus ihren Opfern zu holen.
Auch die Flaneider fragten sich, wie weit man mit KI kommen konnte. Spätestens, als sie die Touristen kommen sahen.
Da die Gemeinde kein Vertrauen in ihre Bürger hatte, ließ sie alle Wohnungen durchsuchen. Den Sündern winkte Fronarbeit.
Auch Flaneid wollte etwas Abglanz von den Stars haben und besann sich auf Verbindungen, die es gar nicht kannte.
Um Durchzugsverkehr und Durchzugstouristen zu verhindern, ersannen die Flaneider etwas Nachhaltiges.
Mitten auf dem Flaneider Dorfplatz prallten zwei Kulturen aufeinander. Manchen wurde es zu bunt.
Die Gemeindeführung beschloss, eine neue Figur einzusetzen, die Flaneid in der Hauptstadt vertritt. Aus verschiedenen Gründen.
Der Gemeindeausschuss war geprägt von Fairness und Geselligkeit. Und daher auch offen für neue Mitglieder.
Die Beteiligung am Referendum war in Flaneid erschreckend hoch. Die Politik fragte sich, was da schiefgelaufen war.
Die neue Bürgermeisterin wollte mehr haushalten, musste aber erkennen, dass Sparen nicht so billig ist.
Die neue Bürgermeisterin wurde behutsam in die hohe Kunst des Regierens eingeführt. Und sah in die Tiefen.
Die Flaneider Parteien bekamen die Qual der Quote nach der Wahl zu spüren. Besonders hart traf sie den Altbürgermeister.
Die neue Bürgermeisterin musste erst noch einen Ausschuss zusammenstellen und dafür Überzeugungsarbeit leisten. Und Zuckerbrot war keins da.
Der Wahlkampf kam in die heiße Phase. Das Niveau war tief, aber da war noch Luft nach unten.
Die Wahlen nahten und der Bürgermeister freute sich über die plötzlich freundliche Presse.
Der Bürgermeister war vor den Wahlen arg in Bedrängnis, hatte aber eine Idee, um Flaneid einen Platz in der Geschichte zu verschaffen.
Der Wahlkampf kam in die Runden. In Flaneid verstand man darunter: Lokalrunden. Und sie waren käuflich.
Die Flaneider Bürgerlisten waren auf Suche. Und entgegen dem Trend trauten sie sich, wählerisch zu sein.
Zufrieden ist, wer will, was sowieso kommt. Die Flaneider versuchten, aus der Kernkraft das Beste zu holen.
Die Wahl in Deutschland war geschlagen. Die Wahlbeobachter in Flaneid schlugen sich gegenseitig.
Gegen den Ausverkauf der Heimat drückten die Flaneider Landwirte den Neuen so stark an die Brust, dass ihm die Luft ausging.
Die Gemeindeführung suchte nach geeigneten Kandidaten. Dabei wurde vorurteilsfrei und fast ergebnisoffen diskutiert.
Die Jugend ertrank im Alkohol. Aber die Gemeindeführung hatte schon eine Lösung. Und darauf tranken sie einen.
Die Flaneider wollten das neue Jahr voller Energie beginnen. Aber woher sollte die kommen?
Groß denken und großtun – eine neue Art der Politik hatte natürlich auch Flaneid erfasst, immerhin die wichtigste Gemeinde der Welt.
Der Wirt hatte ein Alkoholproblem, der Gemeindeausschuss ein politisches. Beides konnte nur durch ein starkes Aussitzleder gelöst werden.
Zum Jahreswechsel sammelten alle systemrelevanten Organisationen Spenden für ihr gemeinnütziges Wirken. Die Kategorie wuchs sprunghaft.
Der Begriff war umstritten, klar war nur, dass die Einzahl nicht reichte. Der Gemeindeausschuss machte sich das zunutze.
Gute Politiker hören, was die Leute sagen. Gute Staatsanwälte hören beide.
Termine sind in der Politik etwas Unausweichliches. Außer man verschiebt sie.
Bürgermeister Grüner bereitete sich gerade auf seine nächste, unendliche Amtszeit vor. Und brachte den Ausschuss damit auf Linie.
Die Flaneider gingen die Herausforderung ganz konkret an: mit einer Senkung der Nächtigungszahlen.
Die US-Wahlen hatten Auswirkungen auf die ganze Welt. Den Flaneider Bürgermeister zwangen sie zum Beispiel zum Rechnen.
Die Gäste rümpften zunehmend die Nase. Zeit, ihnen klarzumachen, dass das Authentische wichtig, aber nicht für alle verdaulich ist.
Flaneid wollte mehr Freiheit. Und darum verhandelte man mit dem Land um Alles oder Nichts bzw. Kopf oder Kragen.
Die Einheimischen hatten genug, der Wirt nicht. Gab es einen Weg, wie der Tourismus selbst für seine Kulisse sorgen konnte?
Vor lauter Vorschriften suchten manche die Flucht aus der Gemeinschaft. Doch wie richtig aussteigen? Zunächst aus dem Auto.
Die Erörterung der Wohnungsnot gefährdete die Flaneider Koalitionsverhandlungen, noch bevor sie anstanden.
Manchmal gibt man den Leuten etwas, indem man ihnen etwas nimmt. Die Flaneider lehnten dankend ab.
In der Not besannen sich die Flaneider auf das Wesentliche und delegierten den Zusammenhalt an den Bürgermeister.
Flaneid hing stark von Deutschland ab. Die Gemeindeführung wusste das und suchte nach politischen Auswegen.
Wirt Unterganzner führte einen verzweifelten Kampf gegen die Privilegien der Einheimischen, stieß aber auf wenig Verständnis.
Die Flaneider machten im Kampf gegen den Übertourismus Ernst.
Um Schlimmes zu vermeiden, blieb der Gemeindeausschuss untätig. Schon wegen der Vorbildfunktion.
Manche Machthaber gaben nie auf. Doch der frische Wind aus Amerika ließ auch Flaneider Sitzplätze wackeln.
Wer schreibt noch für die ff ...
verena.pliger@ff-bz.com Verantwortliche Direktorin
georg.mair@ff-bz.com Chefredakteur
karl.hinterwaldner@ff-bz.com stellv. Chefredakteur
alexandra.aschbacher@ff-bz.com Redakteurin
markus.larcher@ff-bz.com Redakteur
andrej.werth@ff-bz.com Redakteur
alexander.vangerven@ff-bz.com Redakteur
silke.hinterwaldner@ff-bz.com Redakteurin
julia.staffler@ff-bz.com Redakteurin
Karikaturist
Feinschmecker
Freie Mitarbeiter
Lassen Sie sich die ff bequem nach Hause liefern!
Lesen Sie die ff als digitale Ausgabe!
Die ff als E-Paper lesen!