Leserbriefe

Impfen

Aus ff 30 vom Donnerstag, den 27. Juli 2017

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Impfpflicht: Titelgeschichte in ff 28/17 über ein hoch emotionalisiertes Thema

Ich bin schon seit vielen Jahren Leserin der ff. Ich war bisher immer begeistert von Ihrer sachlichen und unabhängigen Berichterstattung. Umso mehr bin ich über die Grafik mit den „Risiken der Krankheit“ und „Risiken des Impfstoffs“ erstaunt.
Dort sind vorwiegend die Risiken der Krankheiten angegeben. Es fehlt noch jede Menge von den Risiken der Impfstoffe. Dabei würde es reichen, die Angaben des Impfstofflieferanten Glaxo Smith Kline (Beipackzettel) zu beachten. Dort werden zum Beispiel beim MMR-Impfstoff unter anderem folgende Risiken genannt (circa 1/10.000): Kawasaki-Syndrom, Guillain-Barrè-Syndrom, periphere Neuritis, Enzephalitis, Meningitis und viele andere mehr. Zudem auch noch circa 1/100: Mittelohrentzündungen, Virusinfektionen und viele andere mehr.
Der Masernimpfstoff wird zusammen mit dem Mumps- und Rötelnimpfstoff (in Zukunft auch mit dem Windpockenimpfstoff) als MMR-Impfung verabreicht. Das heißt, die Risiken betreffen alle drei Impfstoffe. Die Nebenwirkungen können bei einer Kombiimpfung keiner Impfkomponente spezifisch zugewiesen werden. Die Grafik suggeriert somit fälschlicherweise dem Leser, dass der Mumps- und Rötelnimpfstoff keine Risiken hat.
Es ist Aufgabe des Journalismus, nach Informationen zu suchen, diese zu hinterfragen und neutral mit Argumenten und Gegenargumenten zu veröffentlichen. Der Leser soll selbst eine Bewertung abgeben und eine Entscheidung treffen können.

Silvia Höller, Meran

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