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Aus ff 01 vom Donnerstag, den 04. Januar 2018

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Zwei Staatsbürgerschaften für ein paar Südtiroler – die italienische und die österreichische? Kommentar in ff 51-52/2017

Die Diskussion in Südtirol über die zweite (österreichische) Staatsbürgerschaft hat ihren Höhepunkt erreicht. Die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) will den Südtirolern eine zweite Identität geben.
Nach über 100 Jahren italienischer Zugehörigkeit und einem gut funktionierenden Autonomiesystem scheuen sich auch Südtiroler Parteien nicht davor, mit dieser Angelegenheit auf Stimmenfang zu gehen. Sie nehmen dabei eigennützig in Kauf, dass das ohnehin angespannte Verhältnis zur italienischen Sprachgruppe weiter zerrüttet wird.
Vom „gelobten“ Land Österreich erhoffen sie sich eine bessere Zukunft, dabei ist der Lebensstandard bei Weitem nicht auf Südtiroler Niveau, dies verdeut­licht auch der enorme Unterschied von 10.000 Euro pro Kopf beim Bruttoinlandsprodukt (BIP).
Am Beispiel der Schweiz erkennt man, welches ­Potenzial das Zusammenleben mehrerer Sprachgruppen hat. Wir Südtiroler sollten also anstatt ständig Kritik am italienischen System zu üben, von den Philosophien beider Sprachgruppen lernen, um gemeinsam als Europäer konstruktiv an der Zukunft Südtirols mitzuwirken.

Jakob Colombo, Brixen

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