Leserbriefe

Überhitzter Tourismus

Aus ff 36 vom Donnerstag, den 06. September 2018

Leserbriefe
Leserbriefe © ff-Media
 

Ist der Fremdenverkehr Konjunkturlokomotive oder Heimsuchung? Leitartikel in ff 33/18

Der Weg in Richtung Pornotourismus ist definitiv eingeschlagen. Peter Treibenreif fasst es bestens zusammen:
„Südtirol ist an einem Scheide­weg angelangt. Es geht gar nicht darum, sich für ein ­Weniger zu entscheiden. Es geht darum, konsequent hinter getroffenen Entscheidungen zu stehen. Daran aber scheitert Südtirol. Weil es die Entscheidungsträger ­allen recht machen wollen. Auf der einen Seite lebt Südtirol vom Tourismus. Und das ziemlich gut. Andererseits fordern die Anwohner, dass der Verkehr reduziert wird. Aber ­bitte so, dass der Einzelne nicht groß eingeschränkt wird. Das klingt nicht nur wie ein ­Widerspruch, das ist einer.
Wer mit dem Unesco-Weltnaturerbe wirbt, muss damit rechnen, dass die Menschen dieses Weltnaturerbe erleben wollen. Nach innen gibt sich Südtirol ökologisch und wirbt mit Verkehrsbeschränkungen. Weil sich das gut verkaufen­ lässt. In der Praxis dann aber scheitert der Plan, weil es ­keine Kontrolle und damit auch keine Sanktion gibt.
Die Touristen wären ­bereit, das Auto ­abzustellen. Das funktioniert sogar im so ­autoabhängigen ­Amerika – zum Beispiel beim Grand Canyon. In Süd­tirol aber scheitert ein Verkehrsverbot auf der ­Seiser Alm, am Sella­joch oder im ­Pragser Tal. Nicht an den ­Touristen. Sondern­ an den ­Touristikern“.
Michil Costa, Corvara

Leserkommentare

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um zu kommentieren.