Leserbriefe

Lieber Otto Mahlknecht

Aus ff 37 vom Donnerstag, den 13. September 2018

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Ein Brief an unsere Leser in ff 36/18

Sie zeigen sich verwundert, mich mit dem Hut von Altlandeshauptmann Silvius ­Magnago zu sehen, und suggerieren, wir Freiheitlichen hätten mit dem Autonomie-Vater und generell mit dem Thema „Autonomie“ nichts am Hut. Beides ist falsch. Wie Ihnen vielleicht bekannt ist, knüpfte die SVP 1945 an die Tradition des Deutschen Verbandes an. Neben Kontinuitäten von Führungspersönlichkeiten übernahm sie sogar dessen Symbol, das Edelweiß. Der Deutsche Verband war der im Oktober 1919 unter dem Eindruck der Annexion Südtirols entstandene Zusammenschluss der beiden bürgerlichen deutschen Parteien in Südtirol: der Volkspartei und der
Freiheitlichen Partei. Magnago war also Parteiobmann einer echten Sammelpartei für mehr als 90 Prozent der deutschen und ladinischen Südtiroler, und er hat unser Land durch schwierige Zeiten geführt. Dies und seine liberale und ausgleichende Persönlichkeit führten dazu, dass der Gedanke der Sammelpartei jahrzehntelang lebendig blieb.

Erst das Abtreten ­Magnagos und die Streitbeilegungserklärung 1992 führten zu einer Aufkündigung des inoffiziellen Deutschen Verbandes vonseiten der Freiheitlichen. Dass wir Freiheitliche gegen die Autonomie seien, ist nichts als billige Propaganda der Rest-SVP. Wir fordern einen Ausbau der Autonomie mit einer echten Gesetzgebungsbefugnis, Steuerautonomie bis hin zur Landespolizei. Als beste
Lösung betrachten wir freilich ein Südtirol ohne Italien. Man hat es auch am Autonomiekonvent gesehen: Von unseren Leuten kamen unzählige Vorschläge für eine verbesserte Autonomie, während die SVPler visionslos den Status quo verteidigen.

Otto Mahlknecht, Bozen

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