Leserbriefe

Die Ohnmacht der Kultur

Aus ff 41 vom Donnerstag, den 10. Oktober 2019

Kulturpolitik und Kultur­förderung in Südtirol: Leitartikel von Georg Mair in ff 40/19.

„Die Kultur hat im Landeshaushalt keine Priorität.“ Mit dieser Aussage ist der Leitartikel von Georg Mair in der letzten Ausgabe der ff überschrieben. Dem Titel folgt ein Rundumschlag in Sachen Kulturpolitik, der niemanden verschont und mit einem erfundenen Zitat von mir endet.

Seinen Ausgang hat das Thema der Kulturförderung bei der Pressekonferenz der vier Südtiroler Stadttheater. Die Verantwortlichen von Carambolage, Dekadenz, Theater in der Altstadt Meran und Stadttheater Bruneck formulieren ihren Wunsch nach mehr Planungssicherheit.

Das daraus entstandene und durchaus fruchtbare Gespräch über die Arbeitsbedingungen eines Theaters mit Ganzjahresbetrieb findet leider keinen Niederschlag im Leitartikel.

Dafür wird die Tatsache, dass das Kulturförderbudget nicht zu den Pflichtausgaben des Landes gehört, sondern von den drei Kulturlandesräten jährlich (und bisher erfolgreich) in der Landesregierung verhandelt wird, kurzerhand umgedeutet und ins Polemische verkehrt.

Schade um die Gelegenheit einer sachlichen Auseinandersetzung über Kulturarbeit in Südtirol, in der es um ganz andere Aspekte gehen könnte.

Priorität im gesellschaftlichen Diskurs erhält die Kultur nicht nur von der Politik, sondern von allen Beteiligten. Auch von einer differenzierten und fairen Berichterstattung.

Angelika Gasser, Direktorin des Landesamtes für deutsche Kultur, Bozen

Sehr geehrte Frau Gasser, wir drucken gerne Ihren Leserbrief. Ihre Meinung sei Ihnen unbenommen. Lesermeinungen lassen wir unkommentiert, Ihren Vorwurf allerdings, ich hätte den Satz, mit dem ich Sie zitiere, erfunden, muss ich strikt zurückweisen. Er beruht auf dem, was Sie bei der Pressekonferenz der Südtiroler Stadttheater in der Carambolage gesagt haben.

Georg Mair, stellv. Chefredakteur

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