Leserbriefe

Die Politik des Absurden

Aus ff 47 vom Donnerstag, den 21. November 2019

Leserbriefe
Leserbriefe © ff-Media
 

Leitartikel in ff 45/19 über den Doppelpass

Landeshauptmann Arno Kompatscher ist ein er­­bitterter Gegner des österreichischen Passes für uns Südtiroler. Nun steht er nach dem Brief an Wien, den die große Mehrheit der SVP-Landtagsabgeordneten mitunterzeichnet hat, im peinlichen Abseits. Leserbriefschreiber Erich Daniel vergleicht den österreichischen Pass für uns mit der Option: Das ist historisch falsch wie absurd, denn gegebenenfalls werden sich die Südtiroler für etwas entscheiden KÖNNEN, aber nicht MÜSSEN. 1939 ging’s ja um das zwangsweise Auswandern oder Dableiben, um etwas wirklich Existenzielles. Wer den Pass will, sucht an, wer ihn nicht will, sucht nicht an. Wo liegt hier das Problem? Wenn einer etwas nicht will, soll’s der andere auch nicht haben: Neidgesellschaft!

Einen Keil in die Bevölkerung treiben nicht die Befürworter, sondern die Gegner des österreichischen Passes für uns Südtiroler: Sie malen ständig den Teufel an die Wand und verunsichern mit ihrem Gehetze die Bevölkerung, der die Spaltung ­regelrecht eingeredet werden soll.

Liebe Frau Aschbacher, wie kommen Sie in Ihrem ­Leitartikel dazu, den „Doppel­pass“ als „antieuropäische Maßnahme“ zu bezeichnen? Wenn ein EU-Bürger den Pass eines weiteren EU-Landes beantragt, so kann das doch nicht antieuropäisch sein; das ist ein Widerspruch in sich. Ich stehe einem europäischen Pass nicht ablehnend gegenüber, aber von dem sind wir heute weiter entfernt denn je, ein dafür erforderlicher Bundesstaat erscheint inzwischen utopisch. Wenn ich den Pass meines Vaterlandes in der Tasche habe, schade ich niemandem. Und Sie sollten die Größe haben, ihn mir zu gönnen.

Peter Mitterhofer, Obermais

Leserkommentare

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um zu kommentieren.