Leserbriefe

Wunsch und Wirklichkeit

Aus ff 44 vom Donnerstag, den 29. Oktober 2020

Leserbriefe
Leserbriefe © ff-Media
 

ff 43/2020 über die schwierigen Koalitions­verhandlungen in Meran

Cristina Kury, Meran:

SVP und das Bündnis der beiden italienischen Bürgerlisten treten in Meran im „Doppelpack“ auf. Sie verfügen im Gemeinderat (36 Mitglieder) über 16 Gemeinderäte. Außer dem Wahlbündnis von Rösch/Grüne (10 Gemeinderäte) und dem PD (2) verbleiben nur mehr die Lega (4), FdI (2) die Freiheitlichen (1 ) und die Südtiroler Freiheit (1); die 4 Letztgenannten hat Rösch für eine Mehrheitsbildung ausgeschlossen. Die Verliererallianz zwischen SVP und dem Bündnis der liste civiche wollen nun entweder die Bedingungen diktieren, indem sie Rösch im Stadtrat in die Minderheit zwingen oder jede andere Lösung blockieren.

Die ethnische Aufteilung der Stadtratssitze ergibt 3 Stadträte für die deutsche Sprachgruppe und 4 für die italienische. Von den 3 „deutschen“ Stadträten ist ein Sitz dem Bürgermeister vorbehalten. Die zwei freien beansprucht die SVP, die Liste Rösch/Grüne besteht darauf, neben einem italienischen Stadtrat auch einen deutschsprachigen zu stellen (Madeleine Rohrer, die weitaus am meisten Vorzugstimmen aller Gemeinderatskandidaten erhalten hat). Die Frage sollte wohl aufgrund des Wählerwillens entschieden werden: die Liste Grüne/Rösch ist aus den Wahlen als stärkste politische Kraft hervorgegangen (Grüne/Rösch 3.919 Stimmen, SVP 3.635 Stimmen – so steht es im Protokoll der Wahlbehörde), sie verfügt über mehr Gemeinderäte (Wahlbündnis Rösch 10 Mandate, SVP 8), und die Stadträtin, die sie entsenden wollen, hat weit mehr Vorzugsstimmen (1.116) als der Erstgewählte auf der SVP-Liste (675). Aber da beißt man auf Granit, weil bewusst falsche Zahlen in Umlauf gebracht werden (siehe dazu auch Dall’Ò:
„die SVP, immerhin stärkste Partei …).

Die Geschichte mit „dem falschen Hund“: Dall’Ò schreibt, ich hätte Ernst Fop Folgendes gesagt: ein „dermaßen falscher Hund wie du ist mir noch nicht untergekommen“. Fakt ist, dass ich das nie gesagt habe, abgesehen davon, dass ich Herrn Fop nicht duze. Die Dolomiten hatte bereits Tage zuvor eine ähnliche Meldung gebracht und dann nach Rückfrage bei Herrn Fop meine Gegendarstellung veröffentlicht und sich bei mir für mangelnde Gegenrecherche entschuldigt. Nun ergeben sich zwei Möglichkeiten: Herr Fop erzählt erneut falsche Tatsachen oder Dall’Ò übernimmt leichtfertig Meldungen der Dolomiten und spitzt sie zu. Ersteres wäre unentschuldbar, Letzteres ein Beispiel für schlampigen Journalismus.

PS: Was ich Herrn Fop wirklich gesagt habe: Das Angebot der SVP, die Meistgewählte nicht in den Stadtrat zu berufen und an ihrer Stelle eine nicht gewählte Frau von SVP Gnaden von außen zu berufen, ist an Unverfrorenheit nicht zu überbieten.

Das betreffende Zitat wurde nicht „leichtfertig übernommen“. Es wurde uns von Teilnehmern am besagten Treffen bestätigt. Im Artikel werden auch nicht „bewusst falsche Zahlen in Umlauf gebracht“: Mit 22,6 Prozent der Listenstimmen ist die SVP in Meran nach wie vor die stimmenstärkste Partei – vor den Grünen mit 21,6 Prozent.

Die Redaktion

Leserkommentare

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um zu kommentieren.