Leserbriefe

Ach, wie singst du schlecht

Aus ff 04 vom Donnerstag, den 28. Januar 2021

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Titelgeschichte in ff 2/21 über den Rap des (ehemaligen) Schützenkommandanten Jürgen Wirth-Anderlan.

„Ich fürchte mich so vor
der Menschen Wort …“
(Rainer Maria Rilke).

Ich habe den Rap von Wirth-Anderlan gesehen, bevor er aus dem Netz genommen wurde, und ich brauchte nicht lange zu „interpretieren“, um zu

merken, dass er nicht nur niveaulos, sondern in mehrfacher Hinsicht diskriminierend und beleidigend ist.

Und dann schreiben viele Kommentatoren in den sozialen Medien, man übertreibe, und es gäbe überhaupt nichts Schlimmes dabei (dass es viel Böseres gibt, ist ja wohl keine Rechtfertigung), und Wirth-Anderlan selbst findet „nichts Anstößiges“ daran.

Das ist es, was mich erschüttert: diese Gedankenlosigkeit, das Fehlen jeglicher Sensibilität dafür, was jemand anderen verletzen könnte. Man will provozieren, aber ich frage mich: Sollte eine Provokation nicht zu etwas Positivem führen, zu einem Umdenken, aber doch nicht zu Beschuldigung und Ausgrenzung. Ich kann nur wünschen, dass junge Menschen in der Schule neben einem Gespür für die Qualität von Texten auch die Sensibilität für die leisen Töne mitnehmen, um Respekt in Wort und Tat umzusetzen, ohne sich von solch rabaukenhaften Phrasen beeinflussen zu lassen.

Maria Forer, Percha

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