Leserbriefe

Die Erde ist (k)eine Scheibe

Aus ff 18 vom Donnerstag, den 06. Mai 2021

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Warum uns jetzt nur die Vernunft retten kann. Titelgeschichte in ff 16/21

Demokratie lebt von Meinungsvielfalt, von politischer Auseinandersetzung in öffentlichen Debatten, von einer zivilisierten Streitkultur und letztendlich von Mehrheitsentscheidungen. Jede*r überzeugte Demokrat*in wird dieses Postulat vollinhaltlich unterschreiben.

Was wir derzeit aber im Zusammenhang mit der Covid-Pandemie von einer kleinen Gruppe von fanatisierten Impfgegner*innen, Coronaleugner*innen, Testverweigerer*innen und Virusverharmloser*innen zu hören bekommen, spottet jeder demokratischen Spielregel und ist über weite Strecken Ausdruck einer Verrohung und Enthemmung von Teilen unserer Gesellschaft vorwiegend in den sozialen Medien.

Diese Demagog*innen und Chaot*innen scheuen nicht davor zurück, Anders-denkende zu Todfeinden zu erklären, sie mit Hasstiraden zu überschütten und in erniedrigender Weise zu beleidigen, ja Lokalpolitikern*innen und politischen Verantwortungsträger*innen sogar Gewalt anzudrohen. Wer solche Verhaltensweisen an den Tag legt, verstößt nicht nur gegen geltendes Recht und stellt sich damit bewusst außerhalb der demokratischen Gesellschaftsordnung, sondern hat zudem jeden Anstand verloren. Da sich diese Mitbürger*innen sachlichen Argumenten komplett verschließen und dazu noch haarsträubende Lügen in die Welt setzen, sollte die Mehrheit der Zivilbevölkerung mehr denn je solidarisch zusammenhalten und diesen Auswüchsen mit Zivilcourage begegnen. Demokratie ist in unseren Zeiten leider kein Selbstläufer mehr, sie will tagtäglich erkämpft und verteidigt werden.

Es kann und darf nicht sein, dass eine Minderheit das friedliche Zusammenleben der Menschen vergiftet, die politische Agenda bestimmt und den Versuch unternimmt, den Rechtsstaat schrittweise zu delegitimieren. Wo die Gesundheit der Bevölkerung wider besseres Wissen gefährdet wird, sind der individuellen Freiheit Grenzen zu setzen, denn spätestens da artet sie in Verantwortungslosigkeit aus. Lasst uns also im Sinne des Allgemeinwohls und im Gedenken an die zahllosen Opfer der Pandemie gemeinsam und mit allen zur Verfügung stehenden demokratischen Mitteln an der Bekämpfung der Pandemie arbeiten und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken, um möglichst rasch wieder zu einer „normalen Lebensführung“ zurückkehren zu können.

Josef Duregger, Markus Falkensteiner, Reinhold Falkensteiner,
Leonhard Niedermair

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