Gesellschaft & Wissen
Der kleine Blutsbruder
Aus ff 48 vom Donnerstag, den 29. November 2018

Das erste Mal in ihrem Leben hat unsere Reporterin Barbara Bachmann Blut gespendet. In Togo. Das Elend nur mehr beobachten, das ging nicht mehr.
In der Pädiatrie des Krankenhauses von Notsé, einer Kleinstadt im Landesinneren von Togo, stützen Eltern ihre geschwächten, in Stahlbetten liegenden Kinder. Ein Junge in weißem Shirt und weißer Windel, wohl um die fünf Jahre alt, atmet schwerer als die anderen. Er röchelt, er kämpft, hat keine Kraft mehr im kleinen Körper und bald auch kein Blut – Anämie ist eine Folgeerscheinung der togoischen Volkskrankheit Malaria.
Weil seine Eltern die Transfusion und Medikamente nicht bezahlen können, weil sie nicht einmal 40 Euro auftreiben können, wird niemand im Krankenhaus
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