Gesellschaft & Wissen

Todesgrüße aus dem Anti-Corona-Netz

Aus ff 39 vom Donnerstag, den 24. September 2020

Verschwörungstheorien
Schulterschluss zwischen Esoterikern, Impfgegnern und ultrarechter Szene: Die Pandemie hat Verschwörungstheorien neuen Auftrieb gegeben, die QAnon-Sekte ist längst aus den USA nach Europa übergeschwappt. © Illustration: Unsplash/United Nations COVID-19 Response
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Wer Corona-Faktenleugner für harmlose Spinner hält, tut ihnen Unrecht. Ein Blick in ihre Onlinewelt zeigt eine Parallelwelt voller Lügen und Hass. (Beitrag von Martin W. Angler)

Abseits der realen Welt schaffen sich Südtiroler Faktenleugner im Internet ihre eigene Parallelwelt. Die Mitglieder dieser Facebookgruppen lehnen Impfungen ab, kritisieren per Hassrede die Anti-Corona-Maßnahmen der Politik, verweigern Mund-Nasen-Schutz. Was sie noch eint: Viele von ihnen gehören der Esoterik- und Alternativmedizinszene an, sind ideologisch weit rechts angesiedelt, schimpfen über Flüchtlinge und wittern eine globale Corona-Verschwörung, die nur Donald Trump lösen kann.

„Die Masken sind ein Maulkorb, um uns mundtot zu machen”, sagt eine Pusterer Mutter in einem Blog-Interview. Beschimpfungen wie „Lügenpack“ und „Gehirn-Spastiker“ gehören zum Umgangston. Die Moderatoren unternehmen dagegen nichts. Unter ihnen befinden sich Impfpflichtgegner wie Andreas Pöder und Reinhold Holzer. Holzers Beispiel zeigt, wie fließend die Grenze zwischen der Szene und Verschwörungstheorien verläuft.

Holzer publiziert in einem Post auf Facebook ein Formular, in dem steht, es sei eine medizinische Tatsache, dass sich unter Masken bereits nach drei Minuten ein zu hoher CO2-Wert bilde. Faktenchecker haben ein Video dazu auf Holzers Seite als falsch markiert. Sein Formular hat also keine Gültigkeit. Es soll lediglich Schuldirektoren unter Druck setzen, damit diese auf die Maskenpflicht verzichten.

Im Netz verkündet Holzer den Verzicht auf Masken auf einer Veranstaltung und teilt ein Video der Verschwörungsfrau Birgit Doll. Darin spricht die YouTuberin davon, im Berliner Untergrund würden Kinder zu „pädokriminellen“ Zwecken gefangen gehalten. „Wir werden Euch kriegen“, droht Doll ihren Kritikern. Putin werde Deutschland befreien. Ihre Worte sind Ausdruck blanken Wahns. Holzers Kommentar zum Video: „Das ist die Wahrheit.“

Ende August traf er sich mit Doll in Berlin. Sie nahmen beide an einer „Anti-Corona-Maßnahmen“-Demo teil. Bei dieser Demo wehten Südtirolfahne, „Ökokinderrechte Südtirol“-Schilder und Reichsfahnen Seite an Seite. Man wünschte sich eine Rückkehr zum Kaiserreich. Die Ironie: Dort herrschte ab 1874 eine strikte Impfpflicht.

Doll glaubt an QAnon, eine Verschwörungssekte aus den USA, die in einem Internetforum begann und das Gespann Trump-Putin als Bekämpfer einer satanischen Elite sieht, die sich mit Kinderblut verjüngt. Dolls YouTube-Logo besteht aus der typischen QAnon-Symbolik, einem Q und einem Kaninchen. Auf ihrem Kanal finden sich Sektensprüche wie „WWG1WGA“. Holzer demonstriert mit Doll, wiederholt online ihr Mantra „Befreit die Kinder“, verbreitet ihre QAnon-Symbole und posiert mit ihr beim Abendessen in Berlin.

Kalkulierte Instrumentalisierung. Verschwörungstheoretiker wollen die hiesigen Faktenleugner nicht genannt werden. Dabei sind ihre Kanäle Brutkästen für Verschwörungstheorien und falsche Narrative. Was ins Narrativ passt, wird „Fakt“ genannt, auch wenn es offensichtlich falsch ist. Für Maskengegner wie Hannes Loacker etwa existiert die Pandemie gar nicht.

Auch er verwendet immer wieder QAnon-Sprech, darunter das Schlagwort „aufwachen“. Die Masken seien gesundheitsschädlich. Um das zu zeigen, lädt er einen Arzt ein, der Fake News als Fakten verkauft. Dahinter steckt Kalkül. Loacker und Pöder sind Trittbrettfahrer, die die Coronakrise dazu nutzen, ihre ewige Agenda neu aufzulegen.

Das Rosinenpicken der Szene ist leicht zu durchschauen: Berichtet ein Medium über einen Fakt, der nicht in das Narrativ der Faktenleugner passt, diskreditieren sie es als Lügenpresse. Schreibt dasselbe Medium aber eine Geschichte, die ins Narrativ passt, wird es dafür gelobt. So wie neulich die Neue Zürcher Zeitung. Einige Impfverweigerer lassen ihre ungeimpften Kinder vor geschlossenen Kindergartentoren gespielt traurig für Fotos posieren, jubeln ihnen anklagende Nachrichten unter und verbreiten die Fotos online. Wer seine Kinder so instrumentalisiert, macht sie zu Außenseitern.

Alternativmedien bestätigen das Weltbild der Faktenleugner und sind deshalb beliebte Quellen. Die Psychologie nennt diesen Opportunismus „kognitive Verzerrung“. Der Löwenanteil der Fake News in den Südtiroler Gruppen stammt aus solchen Onlinekanälen.

Mainstream-Medien sind verhasst, außer sie spielen mit: Erst freut sich Loacker, dass ihn RAI Südtirol in einem Interview mit seinen wirren Thesen zu Wort kommen lässt. Gleichzeitig fordert er seine Facebook-Leser auf, nur positiv für ihn zu kommentieren. Unerwünschte Fragen ignoriert er oder blockiert die Nutzer.

Ähnlich wie Loacker verhalten sich zwei Impfverweigerer-Mütter aus dem Pustertal. In einem Video wiederholen sie den Mythos von den schädlichen Masken. Wer nicht ihrer Meinung sei, brauche gar nicht erst zu kommentieren. Aufschlussreiche Aussagen von Menschen, die für sich Meinungsfreiheit fordern.

In dem Video sagt eine der beiden Mütter, ihre 17-jährige Tochter sei wegen fehlender Maske von Polizisten „angegriffen und aus dem Zug buxiert“ worden. Ein Video des Vorfalls kursiert im Netz. Darin ist zu sehen, wie ein Polizist das Mädchen auffordert, den Zug zu verlassen. Stattdessen lacht es, zeigt ihm ein Attest und telefoniert mit seiner Mutter. Zu keinem Zeitpunkt ist ein Angriff der Polizisten zu sehen. Die Mutter verdreht die Fakten, um als Opfer dazustehen.

So machte es auch Biostatistiker Markus Falk, der enge Verbindungen zur Impfgegnerszene pflegt. Wegen wüster Beschimpfungen wurde er von Facebook gesperrt. Statt sich einsichtig zu zeigen, inszenierte er sich als Zensuropfer.

Dabei zeigt sich ein weiteres Phänomen: Das populärste Format der Faktenleugner sind Schimpftiraden. In einer Wutrede beleidigt ein Anti-Corona-Maßnahmen-Blogger mehrere Politiker und zieht dabei Nazi-Vergleiche. Er erreicht damit 15.000 Zuschauer. Seine neutraleren Posts kommen nicht einmal auf ein Zehntel.

Lügen und Hassrede sind die Norm. Die Kanäle sind ein bizarres Lügengeflecht. Loacker bezeichnet die Faktenchecker von Correctiv als Staatsorgan und Journalisten als Lügner. Ein Arzt schreibt: „Diese Faktencheck-Seiten sind extrem unseriös.“ Beide Aussagen sind nicht haltbar.

Andreas Pöder behauptete in einer Rede im September, es gebe mehr als 2.000 Ausschlüsse ungeimpfter Kinder. In Wahrheit liegt die Anzahl der Ausschlüsse bei nicht einmal der Hälfte. Eine ehemalige Lehrerin behauptet, dass bei der ersten Hygienedemo in Berlin bis zu zwei Millionen Menschen gewesen seien. Auch das ist eine Lüge. Laut Polizeiangaben nahmen bei der ersten „Querdenken-Demo“ in Berlin rund 30.000 Personen teil. Als bekannt wird, dass es bei den aktuellen Impfstoffversuchen eine schwer verletzte Testperson gegeben hat, schreibt die Frau: „Hoffentlich lassen sich alle Maskenfanatiker impfen, dann gibt es bald weniger Idioten auf diesem Planeten!“ Ein Todeswunsch? Philipp Achammer nennen sie „Wichser“. Er ist Feindbild Nummer eins in den Gruppen. Die Mitglieder bejubeln diese Beleidigungen. Trauriges Zeugnis einer korrosiven sozialen Randgruppe.

Die Freiheit, Mitmenschen anzustecken. Den Respekt, den sich die Faktenleugner wünschen, treten sie mit Füßen. In ihren Kanälen breiten sich Falschnachrichten, Verschwörungstheorien und Hassrede in Windeseile aus. Die Moderatoren dulden das nicht nur, sie unterstützen es aktiv. Echte Fakten und unliebsame Kommentatoren werfen sie prompt aus den Gruppen. Die sachliche Diskussion, die sie fordern, kann aber auf Basis ihrer eigenen Lügen und Doppelmoral nicht stattfinden.

Die Ironie dabei ist, dass sich die wenigen Widerständler Impfverweigerung deshalb leisten können, weil der Rest der Bevölkerung eben doch impft. Deshalb sind die Faktenleugner egoistische Trittbrettfahrer einer Gesellschaft, deren Großteil sich um das Allgemeinwohl der anderen kümmert.

Sie wollen eine altruistische Geste wie das Tragen einer Maske, die nichts anderes als Respekt vor dem Wohlergehen ihrer Mitbürger ausdrückt, nicht akzeptieren. Ein sonderbares Verständnis von Freiheit und Respekt.

Der Südtiroler Martin W. Angler ist Wissenschaftsjournalist mit Ausbildung in Großbritannien und schreibt unter anderem für Die Zeit, Spiegel und NZZ und ist an der Eurac tätig.

Leserkommentare

7 Kommentare
Einmalkommentar
25. September 2020, 00:09

Frage an die ff: Kann man sowas Wissenschaftsjournalismus nennen? Hetzerische Unterstellungen ohne jede Quellenangabe, skurrile „verschwörungstheoretische“ Verknüpfungen, die wie aus Science Fiction entnommen scheinen. Science Fiction Storytelling eben.
Ich hoffe ff hat für diesen unseriösen Beitrag, in den sich Autor ganz offensichtlich die eigene Phantasiewelt auf die digitale weiße Wand skizziert, nicht auch noch Geld ausgegeben.

In seinem Buch „Journalistische Praxis: Science Storytelling“ (Springer Verlag) setzt der Autor den Standpunkt bzw. das aktuelle Wissen des Protagonisten (in diesem Artikel er selbst) mit der „These“ gleich. Als Anhänger von Helden wie Luke Skywalker wähnt er sich offensichtlich im Besitz der Macht, dir Wahrheit für Dich zu beanspruchen und benötigt keine annähernd wissenschaftliche Beweisführung. Von Science/scienza ist das, was er hier vorlegt, Millionen von Lichtjahren entfernt.

Denn Science kommt von Latein scire und meint unterscheiden. Der Autor macht nur Eintopf mit schlechtesten Geschmack und scheint jeder Unterscheidung zwischen einer Person, Aussage, Gesinnung, Ansicht... und der anderen unfähig zu sein. Sein hier präsentiertes Wissen ist Eintopf der übelsten Sorte.

Als „Antithese“ bezeichnet der Autor in seinem Buch das „Problem“, auf das der Protagonist stößt. In seinem Fall scheint alles und jeder, der nicht ins offizielle Coronabild blind einzuwilligen scheint, ein Problem zu sein.Ein Problem wie das fiktive Nazi angehauchte Imperium in „Krieg der Sterne“, das er im Buch so gern beispielhaft heranzieht. Aufgrund seines Hangs zu Science Fiction, den er als Paradebeispiel für die „Heldenreise“ des Protagonisten (These) im Kampf gegen das fiktive (phantasierte Böse; Antithese; Problem) nutzt, kennt der Autor offenbar nur eine Form der Synthese („neuer Kenntnisstand“):
Die unter seinesgleichen verbreitete „Verschwörungstheorie“, sämtliche Kritiker der aktuellen Coronapolitik, seien als Bande von „Coronaleugnern“, „Rechtsradikalen“, „Hassern“ usw. miteinander und gegen den Rest der vernünftigen Welt verschworen.

Die Hass-und Lügentirade (ohne jeden Quellenbeweis), den der Autor hier von sich gibt, ist ein Armutszeugnis für ihn selbst.

Der Umstand, dass ff dies veröffentlicht, ist ein Armutszeugnis für ein Medium, das sich seriös, faktisch und unabhängig nennt.

Mal im Ernst :Der Autor ist weder ein im odg.it eingetragener und von italienischem Recht anerkannter Journalist noch ein Wissenschaftler; im Eurac Research war er bis Anfang September noch an „Web Infrastructure Resposible“ eingetragen und wurde er vor Kurzem zur „Science Communication“ geadelt. Ich denke mal, das Land Südtirol, das die Eurac zu 59% finaziert, sieht sich gezwungen, einen Protagonisten wie diesen mit der Macht, sein eigenes dunkelstes Innerstes nach außen zu spiegeln, vorzuschicken, um alle Kritiker der momentanen Coronapolitik auf dermaßen abgründige Weise zu ächten.

Besteht dazu solch eine starke Not?!

Dabei ist der Autor doch nur ein moderner Verschwörungserzähler mit Kompetenz in Storytelling, der mit den üblichen verdrehten Phantasien aus dem angloamerikanischen Science Fiction arbeitet. Das hat er wohl als Science Journalist in GB gelernt und perfektioniert.

Traurig, wenn die ff sowas nötig hat antworten

martinangler
25. September 2020, 01:35

Drei kleine Tipps für Sie, lieber pseudo-anonymer Autor:

1. Nennen Sie ruhig den eigenen Namen nennen, um Kritik zu üben. Das machen Sie ja sonst auch.
2. IP-Adressen werden gespeichert, um Verunglimpfungen notfalls auf den Urheber zurückführen zu können.
3. Sie verwenden großteils den identischen Wortlaut, der bei mir auch schon per E-Mail ungefragt und immer wieder ins Haus flattert, dort aber sehr wohl mit Klarnamen dasteht. Was natürlich Zufall sein kann. Falls es kein Zufall sein sollte, hier ein Tipp: Ändern Sie Ihren Wortlaut doch etwas ab und recyclen Sie nicht 100% Ihrer Scheinargumente und Beleidigungen, die Sie, wie meine Bilder etc schon überall in den Socials platziert haben - dann verstecken Sie Ihre Identität leichter, Herr ... nun ja, Sie kennen ja selbst Ihre Identität am besten.

Beste Grüße,
Martin W. Angler

Einmalkommentar
25. September 2020, 08:41

Gut kombiniert. Ich wollte es Ihnen, Herr Angler, ja auch nicht zu schwer machen! Es ist Ihnen sicherlich aufgefallen, dass ich bewusst weder meinen noch Ihren Namen in meinem Kommentar erwähnt habe.

Denn im Fokus meiner Kritik liegt allein Ihre selbstdefinierte Definition von These, Antithese und Synthese (s. Ihr Lehrbuch zur Journalistischen Praxis).

Der „Protagonist“, mit dem die („Krieg der Sterne“; Science Fiction) MACHT ist. Der den Standpunkt („These“) des vermeintlich Guten und einzig Wahren gegen ein „Problem“ („Antithese“) vertritt. Ein „Problem“, das Sie als „Protagonist“ des Südtiroler Wissenschaftsjournalismus ohne Eintragung ins odg.it gang offensichtlich darin sehen, was sie als ziemlich geschmacklosen Eintopf und „Verschwörungsgeschichte“ hier präsentieren.

Ihre „Synthese“ („neuer Kenntnisstand“), den Sie hier im indirekten Auftrag des Landes (das 59% ihres Gehaltes bezahlt) als Milchbubenrechnung präsentieren: Kritiker=Ultrarechts=Corinaleugner=Hasser=Anhänger der Alternativmedizin=QAnon Anhänger= Impfgegner.

Übelster Eintopf eben. Bar jeden wissenschaftlichen Verständnis, da Sie im Sinne von (scientia=Unterscheidung) absolut unfähig erscheinen.

Und das ist im „Unterschied“ zu dem, was Sie hier (und anderswo; u.B.auf salto.bz, das Sie im Impressum zu erwähnen vergessen haben) weder „Verunglimpfungen“, noch „Scheinargumente und Beleidigungen“. Nebenbei wittern Sie in jedem )im Unterschied zu Ihren Tirade äußerst harmlosen) kritischen Entgegnungen ein „Beleidigung“, die Sie v.a.auf Facebook fleißig löschen lassen. V.a. dann wenn Sie (im Unterschied zu Ihren Artikeln) ordnungsgemäß mit Quellen, Bild und Textbeweisen unterlegt sind.

Alles, was ich hier unter „“ gesetzt habe, ist als Probelektüre bei Springer in Ihrem Buch „Journalistische Praxis: Science Storytelling“ in aller Kürze nachzuprüfen.

Im übrigen habe ich Sie mit diesen Argumenten in einer Mail persönlich und konstruktiv konfrontiert (indem ich Ihnen als „Antithese“ zu Ihrer Allergie gegen Homöopathie/ihre These die wissenschaftliche Studie zu eindeutigen Wirksamkeit eines Homöopathikums als Antithese mit Zitat und Quellenangabe der indischen Forscher entgegen gehalten habe). Mit der Hinweis, dass es nun an Ihnen liege, welche „Synthese“ („neuen Kenntnisstand“) Sie daraus gewinnen möchten.

Da Sie persönlich nicht antworten möchten, frage ich hier mal nach. Haben Sie die wissenschaftliche Studie sowie den eindeutigen wissenschaftlich erwiesenen Erfolg (Probanden Gruppe nach 3Tagen symptomfrei, nach 7 wieder voll fit; im „Unterschied“/ scientia/Science zur Placebogruppe) zur Kenntnis genommen.

Möchten Sie dennoch bei ihrem „Storytelling“ und „Verschwörungsmythos“ bleiben, dass wissenschaftlich interessierte Befürworter einer offenkundig funktionierenden Alternativmedizin mit „Spinnern“, „Ultrarechten“ usw. in Ihren geschmacklosen Eintopf zu werfen und kollektiv zu diffamieren seien?!

Ich habe Sie in meiner Mail an Sie außerdem dazu aufgerufen, dies zu unterlassen und nicht weiterhin „geistige Brandstiftung“ („Das einzige, das brennen sollte...“ aus „Ärzte ohne Kompetenzen?“) betreiben. Zudem Ihre Leser und Fans dazu aufrufen von „linken Mitteln“ wie Fake Profilen und Fake Rezensionen abzulassen. Das haben Sie offensichtlich versäumt. Holen Sie es hier im Kommentar nach. Sonst mache ich Ihren Eintopf hier für die Taren Ihrer aufgehetzten LeserInnen verantwortlich.

Das zur Abwechslung an dieser Stelle als öffentlicher Warnaufruf. antworten

mvillageman
28. September 2020, 16:56

Tja, da sind wir nun wieder mal bei der alten Frage, die die Wissenschaft seit jeher begleitet: Wo im Kontinuum zwischen einzelnem Fall und radikaler Abstraktion bzw. absoluter Differenz und absoluter Gleichheit lassen sich noch Aussagen über einen Phänomen treffen, die als Wissen angesehen werden können. Natürlich ist "Kritiker=Ultrarechts=Corinaleugner=Hasser=Anhänger der Alternativmedizin=QAnon Anhänger= Impfgegner" so nicht haltbar. Aber das macht der Autor ja auch nicht. Würde man es mit Max Weber nehmen, versucht er einen Idealtypus des beobachteten Phänomen zu konstruieren. Und in dieser Hinsicht lässt sich nun mal nicht ganz einfach von der Hand weisen, dass sich der On- wie Offline "Anti-Corona" Diskurs in eben jenen Dunstkreisen mit eklatanten Schnittmengen bewegt.

"Das zur Abwechslung an dieser Stelle als öffentlicher Warnaufruf" kommen Sie mal ein bisschen runter! Oder haben wir es hier mit einem klassischen Fall von "Den Respekt, den sich die Faktenleugner wünschen, treten sie mit Füßen" zu tun?

Einmalkommentar
29. September 2020, 14:10

"Aber das macht der Autor ja auch nicht".
Tatsächlich?
Lassen wir den Autor selbst antworten:
“Faktenleugner [...] lehnen Impfungen ab, kritisieren per Hassrede [...] gehören der Esoterik- und Alternativmedizinszene an, sind ideologisch weit rechts angesiedelt, schimpfen über Flüchtlinge und wittern eine globale Corona-Verschwörung, die nur Donald Trump lösen kann.”

Allein in dieser äußerst schwachen Induktion ist Anglers "Synthese" bereits als "Prämisse" ausgebreitet :
Kritiker=Coronaleugner ["Faktenleugner"]= Impfgegner ["lehnen I. ab"]=Hasser["per Hassrede"]=Anhänger der Alternativmedizin["Alternativmedizinszene"]=Ultrarechts["ideologisch weit rechts""...Flüchtlinge"]= Anhänger von QAnon["Corona-Verschwörung, ... Trump...]."

Angsichts dieser Evidenz einer absulut unwissenschaftlichen Herangehensweise Seitens eines Journalisten, der als solches nicht mal eingetragen ist (odg.it/elenco-iscritti), interessiert Max Weber rein gar nicht.

mvillageman
30. September 2020, 10:32

Was Sie da machen ist schlechte wissenschaftliche Praxis, weil sie ein wörtliches Zitat dekontextualisieren.

Einmalkommentar
17. Oktober 2020, 19:51

Welcher Kontext? Ich zitiere Anglers Einleitung ! Eine suggestive „Abduktion“, eine jüngere Form der „wissenschaftlichen“ Argumentation, die mit einer willkürlichen Hypothese als vorweggenommene Konklusion aufwartet und dann erst verzweifelt nach (meist nicht vorhandenen) Fakten sucht.

Dieser Art Einleitung fehlt nicht nur jede Art Kontext (Kontext gibt es nur im Hauptteil eines Artikels, nicht in der Einleitung); dieser Art Abduktion fehlt erst Recht jede Form argumentativer „Prämisse“ (Voraussetzung)

Außer man anerkennt als Prämisse einen „Vorsatz“. Und ja, ein diffamierender Vorsatz in der Mentalität des Autoren, Eurac Mitarbeiter, der bis Mitte September lediglich für Web Infrastruktur zuständig war; womöglich war er damit beschäftigt , den Euracblog, aufzubauen, wo er Anfang August seinen ersten Artikel zu diesem Thema abgegeben hat; wohlgemerkt als Nichtwissenschaftler und nicht ordnungsgemäß im odg.it eingetragener Möchtegernjournalist.

Ihr Kommentar, mvillageman , ist im Übrigen nur ein billiges (whataboutism)Ablenkungsmanöver. Damit tun sie so, als wäre Anglers Artikel (eigentlich eher ein diffamierender Schmähtext) eine wissenschaftliche Arbeit. Da muss ich mir das Lachen nicht mal verwehren.

Tatsächlich wäre Ihr Kommentar „schlechte wissenschaftliche Praxis“ auf den „Artikel“ anzuwenden. Doch angesichts seiner Art wäre dies sogar noch vollends untertrieben. Denn bei diesem „Artikel“ handelt es sich tatsächlich lediglich um eine schlechte journalistische Praxis. antworten

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