Gesellschaft & Wissen

Warten auf ein Wunder

Der Kalterer Hausarzt Arnold von Stefenelli mit einem Gemälde, das Maria von Mörl zeigt. Sie ist eine der ­bekanntesten „stigmatisierten ekstatischen Jungfrauen“ des 19. Jahrhunderts. Jetzt soll Maria von Mörl ­selig­gesprochen werden. © Alexander Alber
 

Die katholische Kirche hält unbeirrt an ihrem ­Heiligenkult fest. Von der Verehrung für Maria von Mörl bis zur Frage, die über allem schwebt: Wozu braucht es das heute noch?

Er war erst 15 Jahre alt, als er an Leukämie starb. Heute, 20 Jahre nach seinem Tod, gilt Carlo Acutis als erster Heiliger der Millennials, als „Influencer Gottes“. Die katholische Kirche begründete seine Heiligsprechung damit, dass Acutis die christliche Lehre über das Internet auf zeitgemäße Weise verbreitet habe.
Auf Instagram kursieren seine Zitate inzwischen zahlreicher denn je, in Assisi liegt sein Körper zur Verehrung aus. Mit Carlo Acutis hat die Kirche einen jungen Mann heilig gesprochen, der besser ins World Wide Web passt als ins traditionelle Weihrauchmilieu.

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