Gesellschaft & Wissen

„Bozen ist eine deutsche Stadt“

Julius Perathoner war Bürgermeister von Bozen unter den Habsburgern und danach im Königreich Italien: Seine Bauten prägen das Stadtbild bis heute, doch er hatte auch Seiten, über die man nicht gerne redet. © Archiv
 

Vor 100 Jahren starb Julius Perathoner, der als Bürgermeister Bozen in die Moderne führte. Deutschnational, schwamm er im Strom des Antisemitismus mit.

Das Primat, zehn Mal zum Bürgermeister von Bozen gewählt worden zu sein, wird Julius Perathoner (1849–1926) wohl niemand mehr streitig machen. Als er 1849 in Dietenheim bei Bruneck geboren wurde, hatte Kaiser Franz Josef (1830–1916) ein Jahr zuvor den Thron bestiegen. Als er 1922 durch eine Direktive aus Rom sein Amt als Bürgermeister aufgeben musste, gehörte Bozen nicht mehr zur österreichischen Monarchie, sondern zum Königreich Italien. Dazwischen lagen historische Zäsuren: Österreichs verlorene Kriege in Italien und gegen Preußen, ein Börsenkrach, der Erste Weltkrieg, die

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