Gesellschaft & Wissen

Der Gatte als Mörder

Die Sensationslust im Fall „Henry de Tourville“ war so groß, dass nicht nur die Anklageschrift als eigene Broschüre veröffentlicht wurde, sondern auch der komplette Prozessbericht. Der ­Prozess in Bozen sorgte für europaweites Medieninteresse und war wegweisend für die frühe Kriminalforensik. © Alexander Alber
 

Vor 150 Jahren ereignete sich an der Stilfserjochstraße eines der spektakulärsten ­Verbrechen im damaligen Europa: der Mord an Margerethe de Tourville.

Soeben – 3 Uhr nachmittags – wurde ein schlichter, mit einem Kranz aus frischen Bergblumen bedeckter Sarg nach einer (…) dem Trafoier Kirchlein unmittelbar nahe gelegenen Grabstätte geleitet. Voranschreitend ein Bube mit dem Zeichen der Erlösung, dem Kreuz, in seinem Gefolge: Ortsinsassen und Fremde. Der Sarg umschloss die Leiche der an einem Bergbach zur Seite des Weges von hier nach der Franzenshöhe (der Stilfserjochstraße) allgemeinen Urtheil entsprechend, erdrosselt aufgefundenen Margarethe de Tourville, einer geborenen Engländerin. Nach der Einsenkung des Sarges forderte,

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