Gesellschaft & Wissen

Die zweite Geburt

Organtransplantation an der ­Universitätsklinik in ­Innsbruck: „Ein Organ von einem ­Menschen auf einen anderen zu ­verpflanzen, ist faszinierend – und für viele Menschen auch erschreckend.“ © Ludwig Thalheimer
 

Wie viele ­Südtiroler Organe spenden, wohin sie gehen, wie die Chancen stehen, ein neues Organ zu bekommen. Und was im „Fall Domenico“ schiefgelaufen ist.

Gustav Kofler ist ein großer und kräftiger Mann, er war einmal Waldarbeiter in der Schweiz. Als junger Mensch wollte er nach Kanada auswandern, die Eltern ließen ihn nicht. Jetzt lebt er immer noch in dem Dorf, in dem er geboren und aufgewachsen ist, in Matsch im Vinschgau. Er ist 60 Jahre alt und schon in Pension. Er ist ein Mensch, der vier Nieren im Leib hat. Er hat schon zwei Mal eine neue Niere bekommen.
Ein neues Organ rettet Leben. Versagen die Organe, hat ein Mensch mitunter nur mehr ein paar Monate zu leben. Dann muss er auf eine Spende warten, von einem Menschen, der auf

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