Gesellschaft & Wissen

Diagnose: Völlig erschöpft

Doris Gatterer, Präsidentin der ­Südtiroler Gesellschaft für Allgemeinmedizin, in ihrer Praxis in Klobenstein. Sie sagt: „Das ­System macht mich mürbe.“ © Ludwig Thalheimer
 

Südtirols Hausärztinnen und Hausärzte sind unter Druck. Was ist aus einem Beruf geworden, der einmal für Nähe zum Menschen stand? Eine Anamnese.

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ie Hausärztin ist heute in vielerlei Hinsicht das, was der Pfarrer früher war: eine feste Bezugsperson im Dorf, jemand, der Menschen über Jahre begleitet, ihre Familien kennt und nicht erst dann auftaucht, wenn etwas akut geworden ist. Der Hausarzt kennt die Krankengeschichte – und oft auch die Lebensgeschichte. Er weiß, wer allein lebt, wo eine Ehe in der Krise steckt, welches Kind Schwierigkeiten in der Schule hat und welcher ältere Patient vielleicht vor allem jemanden braucht, der zuhört.

Doch nicht nur die Zahl der Pfarrer schrumpft. Auch die Suche nach einer

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