Kultur

Alte Schachteln

Theater „Haus der Mutter“
„Vielleicht brauch ich noch ein paar Kartons“: Eleonore Bürcher baut das „Haus der Mutter“. © Paul Oberlechner
 

Mit über 80 Jahren hat Joseph Zoderer sein erstes Theaterstück geschrieben. Es ist ein mutiges Werk über das Alter und das Abschiednehmen. Auf der Bühne hakt es dennoch.

Nach eineinhalb Stunden Selbstgespräch hat sie ihr Werk endlich vollendet.
Langsam, aber zielbewusst hat die Mutter ein Gebilde aus Pappschachteln und Karton wie ein Biwak über ihrem Bett aufgetürmt. Erst dann erscheint es ihr sicher genug, um darin ruhig zu schlafen. Wie in den Monaten und Jahren zuvor verbarrikadiert sie die Tür zu ihrem Zimmer, hantiert mit einer hellen Stablampe und macht es sich bequem, ein letztes Mal. Fertig ist das endlos verschachtelte Haus im Haus – und zur Firstfeier darf gestorben werden.
„Das Haus der Mutter“ hat Joseph Zoderer sein erstes ...

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