Kultur

Unheimliche Welt

Odysseus (Matt Damon) und die ihm erscheinende Göttin Athene (Zendaya). © imdb
 

Kino – „Die Odyssee“: (ml) Vorausgeschickt: „Die Odyssee“ ist ein Monumentalfilm im besten filmhistorischen Sinn: bildgewaltig, verschwenderisch, actionreich, sich an geschichtlichen oder mythischen Stoffen bedienend. Und teuer (250 Millionen Dollar): ein Hollywood-Blockbuster (auf aus der Zeit gefallenem, analogem 70-mm-Filmmaterial).
Und doch: Es ist ein sehenswerter Film, schon allein wie er dramaturgisch funktioniert – für Odysseus ist es ein wilder Ritt zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Regisseur Christopher Nolan („Inception“, „Interstellar“, „Dunkirk“, „Oppenheimer“ – um nur einige seiner Filme zu nennen) kann wie kein zweiter die Zeit dehnen und verdichten, ihren existenziellen Ausschlägen nachspüren, bis sich seine Protagonisten im Zeitlabyrinth verlieren. Die Vorlage seines Film ist hinlänglich bekannt und greift das homerische Epos „Odysseus“ auf: Zehn Jahre verbringt der Held (Matt Damon) vor den Toren Trojas, ehe er es erobert, weitere zehn Jahre vergehen, ehe er in sein bedrohtes Königreich Ithaka heimkehren kann, wo seine Frau Penelope (Anne Hathaway) Freiern wehren muss, die nach seinem Thron trachten.
„Eine Geschichte aus einer Zeit offensichtlicher Ma­­gie …“ heißt es im Vorspann – und eine Geschichte über Gewalt, Ehrgeiz und Macht. Dass Odysseus am Ende seines Horrortrips an der Sinnlosigkeit der Gewaltorgie beinahe zerbricht, macht diesen Film erschreckend aktuell.

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