Leben

Wann Heimat aufhört

Der Klotzhof in Moss in Passeier taucht 1562 das erste Mal in Urkunden auf, er duckt sich am ­Dorfrand unter Felsen, hinter ihm ragt das Bunkermuseum auf, der Bau, den man im Bild sieht, stammt aus dem Jahr 1807: Heute erzählt er vom Ende einer Generation. © Annalena Gufler / Fabian Pircher
 

Klaus, 82, ist der älteste Bauer von Moos in Passeier. Seine Geschichte erzählt von einem Leben voller Arbeit. Was passiert, wenn er einmal nicht mehr da ist? Text und Bilder: Annalena Gufler und Fabian Pircher

Es ist ein lauwarmer Frühlingstag im Jahr 1975. Klaus hält einen Füllfederhalter in der Hand. Schwarze Tinte, weißes Papier. Eine letzte Unterschrift, und der Hof gehört ihm. 50 Jahre später sitzt er noch immer hier, im selben Haus, zwischen denselben Wiesen. Nur das Leben um ihn herum ist leiser geworden, unsicherer. Klaus weiß genau, wann der erste Frost kommt, wann der Schnee liegen bleibt, wann man das letzte Mal Wasser aus dem Brunnen holen sollte. Es ist ein Wissen, das sich nicht aufschreiben lässt und das mit ihm verschwinden wird.
In Südtirol verschwinden

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