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Leitartikel

Bravo Südtirol!

Aus ff 47 vom Donnerstag, den 21. November 2019

© FF Media
 

Die vergangene Woche hat gezeigt: Der Natur kommt man nicht mit vorausschauender Planung bei. Sondern mit vielen Helfern und beherztem Einsatz.

Es ging Mittwoch gegen Abend los. Heftiger Regen und Schneefälle setzten ein. Der Strom ging mancherorts aus. Und es wurde nicht besser. Am Donnerstag erwischte es vor allem das Pustertal. Dann versanken auch große Teile des restlichen Landes im Chaos des Wetters. Die großen Schneemassen, die auf den Bäumen lasteten, türmten sich immer höher. Bis die Bäume schließlich wie Streichhölzer in der Mitte knickten. Strommasten gingen in die Knie. Hänge machten sich selbstständig. Muren rutschten ins Tal.

Besonders getroffen hat es das Martelltal, wo eine Mure auf der Straße durchs Dorf rollte. Ein Zug wurde von einer Mure aus dem Gleisbett gehoben. Die Voralarmstufe Bravo war ausgerufen worden. Zu Recht, wie sich zeigen sollte: Vom 13. bis 18. November gingen 7.000 Anrufe bei der Verkehrsmeldezentrale ein. Über 70 Straßen waren zeitweise gesperrt. Die Freiwilligen Feuerwehren rückten zu 3.000 Einsätzen aus.

Dass in Südtirol niemand ernsthaft zu Schaden kam, hat nicht nur mit Glück zu tun. Sondern auch mit den vielen fleißigen und freiwilligen Helfern im ganzen Land. Überhaupt verlief die letzte Unwetter-Woche glimpflich, zumindest was sogenannte Personenschäden betrifft. Bis auf wenige Verletzte gab es keine gröberen Zwischenfälle. Todesfälle gab es keine. Wer die Lage über den Liveticker von Rai Südtirol verfolgte, fühlte sich an Katastrophenfilme erinnert – Bilder von leer geräumten Supermarktregalen waren dort zu sehen. Von offizieller Seite hieß es dazu: „Bleiben Sie zu Hause!“

Die Freiwilligen der Feuerwehren im ganzen Land standen dieser Tage im Dauereinsatz. Anschaulich zeigt das ein Clip, den die Landesfeuerwehrzentrale online stellte. Auf einer Südtirolkarte blinkte es überall, wo es am Sonntag zu einem Einsatznotruf kam. Die Blinksignale waren erst zögerlich und wurden allmählich immer schneller. Bis das ganze Land im Minutentakt blinkte. Die besonders betroffenen Stellen leuchteten vorweihnachtlich.

Nur ging es alles andere als bedächtig zu bei den Einsatzarbeiten. Mit schwerem Gerät wurden Straßen von Bäumen und die Bäume vom Schnee befreit. Muren beiseitegeschöpft, Hänge gesichert, Straßen gesperrt und Keller ausgepumpt. Hubschrauber kreisten über den Wäldern, um Bäume von ihrer Schneelast zu befreien, die sonst beim Umstürzen weitere Stromkabel durchtrennt hätten.

Die Wetterkatastrophe zeigte eindrücklich zwei Sachen: einerseits die hohe Bereitschaft und Kompetenz der Einsatzkräfte, andererseits die Gelassenheit der Südtiroler Bevölkerung. Auch wenn es in einzelnen Supermärkten zu unschönen Szenen gekommen sein soll – und sich Leute gegenseitig die Waren aus den Einkaufswagen „stahlen“. Von Panik war weit und breit nichts zu spüren.

Obschon in manchen Teilen des Landes mehrere Tage der Strom fehlte, Menschen ihre Häuser verlassen und zu Verwandten und Bekannten ziehen mussten. Die Autobahn zwischenzeitlich in beiden Fahrtrichtungen gesperrt und Täler zeitweise gar nicht mehr erreichbar waren.

Die Menschen hielten zusammen und sich gegenseitig über die sozialen Medien auf dem Laufenden. Dazu lieferte die Nachrichtenredaktion von Rai Südtirol über einen ständigen Newsticker die neuesten Meldungen und Updates zu der Entwicklung der Situation.

Man kann nur allen Helfern und Beteiligten ein großes Lob aussprechen. Den freiwilligen Feuerwehren, dem Straßendienst, den Edyna-
Mitarbeitern. Und allen anderen, die geholfen haben, diese schwierige Situation zu meistern. Bravo Südtirol!

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