Vor einem Monat untersuchte der Sterzinger Moritz Messner die ersten Coronafälle in Österreich. Vier Wochen später sagt er: „Wir alle haben das Ausmaß unterschätzt.“
Panorama
Zuhause zu bleiben, rettet Leben
Aus ff 13 vom Donnerstag, den 26. März 2020
Coronavirus – Ausblick: (doc) Zuhause bleiben, sei das „Gebot der Stunde“. Davon ist Nicolas Troquard, Forscher für Informatik an der Uni Bozen, überzeugt. Er hat eine Simulation zur Verbreitung eines Virus in Bozen erstellt (einsehbar auf dem Portal Unibz.it unter News).
Troquard nimmt an, dass sich einmal 10, einmal 60 und einmal 90 Prozent der Menschen an diesozialen Isolation halten. Im ersten Fall sind rasch 90 Prozent der Bevölkerung mit dem Virus infiziert. Im zweiten steigt die Ansteckungskurve zwar nicht so schnell, aber angesichts einer Infektionsrate von 55 Prozent immer noch zu stark.
„Vermeiden dagegen 90 Prozent der Menschen soziale Kontakte, sinkt die Ansteckungsrate auf 20 Prozent und der sogenannte Peak, der Höhepunkt der Ansteckungskurve, verschiebt sich zeitlich deutlich nach hinten“, sagt Nicolas Troquard. Ein Ziel, das in Italien und in vielen anderen Ländern verfolgt wird, um einen Zusammenbruch des Gesundheitssystems abzuwenden.
Die Grafik oben zeigt, wie gnadenlos das Virus voranschreitet – und wie viele Menschen daran sterben. Besonders schlimm hat es Italien und die Lombardei erwischt, wo das Gesundheitssystem faktisch zum Erliegen gekommen ist.
Noch dramatischer sieht es in Spanien aus, wo die Kurve der Todesfälle noch steiler nach oben zeigt. In China dagegen hat man es mit drastischen Maßnahmen geschafft, die Kurve abzuflachen. Zwölf Tage nach der Abriegelung der Millionenstadt Wuhan (am 23. Januar), zeigte sich der Effekt: Im Verhältnis gab es ab da weniger Todesfälle.
Hierzulande hofft man, dass die Ausgangssperre dieser Tage ebenfalls Wirkung zeigt. Die ersten Daten Anfang der Woche wiesen jedenfalls in Richtung Entspannung der Lage. Besiegt ist die Pandemie damit aber noch lange nicht.
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