In der Corona-Krise offenbaren sich Fehlentwicklungen gnadenlos. Wir müssen jetzt beginnen, etwas zu verändern, sagt die Soziologin Susanne Elsen.
Panorama
Offener Schlagabtausch
Aus ff 17 vom Donnerstag, den 23. April 2020
SENIORENWOHNHEIME:
(vp) Die Führungskräfte der Südtiroler Seniorenwohnheime waren letzthin heftiger Kritik ausgesetzt. Marta von Wohlgemuth, die Geschäftsführerin des Landesverbandes der Sozialberufe, kritisierte sie, genauso wie ASGB-Gewerkschafter Tony Tschenett.
Er warf ihnen in einer Aussendung Missmanagement und komplettes Versagen vor. Nun haben die Präsidenten, Verwaltungsräte, Direktoren und Pflegedienstleiter der 77 Südtiroler Seniorenwohnheime in einem offenen Brief reagiert.
„Ohne Zweifel, wir befinden uns in einer Krise. Aber eines kann ich Ihnen versichern, wir wenden seit sechs Wochen all unsere Energie auf, um sie in den Griff zu bekommen. Dabei geht es nicht nur um Pflege, sondern auch um Zwischenmenschlichkeit, um Empathie“, sagt Oswald Mair, Direktor des Verbandes der Seniorenwohnheime, zu ff.
Ende Februar bereits, sagt er, hätten die ersten Heime Besuche von außen unterbunden, Anfang März die restlichen. „Wir waren früher dran, als es die Verordnungen vorgeschrieben haben. Viele haben uns damals für verrückt erklärt.“
Weiters hat der Verband bereits am 9. März einen Krisenstab eingerichtet und auf eigene Faust Schutzausrüstung im Wert von rund 300.000 Euro organisiert – finanziert über Spendengelder.
Enttäuscht zeigt sich Mair vor allem von Tony Tschenett: „Ich dachte, wir hätten diese Klassenkämpfe mit den Gewerkschaften überwunden.“
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