Evi und die Knickerbocker-Bande
Mord auf offener Straße gehört in Guatemala zum Alltag. Um die Gewaltbereitschaft des Landes zu verstehen, forscht die Südtiroler Anthropologin Evi Kostner an einem ungewöhnlichen Ort: im Gefängnis.
Aus ff 04 vom Donnerstag, den 26. Januar 2017

Wenn man 25 Jahre alt ist und Elisa Reiterer heißt, reichen rund zwei geschriebene Seiten und circa 72 Stunden, um ein Land in Aufruhr zu versetzen.
Es war ausgerechnet Freitag, der 13., als Reiterer im Bus saß und mit einem Südtiroler Medizinerkollegen Kurznachrichten hin und her schickte. Es ging um ihren jüngsten Facebook-Post, in dem sie sich über die Notstandsverordnung von Thomas Schael erzürnte. Dazu muss man wissen, dass der Generaldirektor des Sanitätsbetriebes jüngst ein Auswahlverfahren für rund 50 Ärzte beschloss – mit dem Zusatz, dass die Bewerber keinen
Mord auf offener Straße gehört in Guatemala zum Alltag. Um die Gewaltbereitschaft des Landes zu verstehen, forscht die Südtiroler Anthropologin Evi Kostner an einem ungewöhnlichen Ort: im Gefängnis.
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