Beim ersten Anruf in der Kanzlei antwortet Giuseppe Thomaser spontan: „Sie möchten wahrscheinlich meine Frau sprechen.“ Seine Ehefrau und Partnerin in der Kanzlei ist Julia Unterberger, die Politikerin. Normalerweise muss Thomaser einfach weiterverbinden. Dieses Mal ist es anders. Wir treffen den Anwalt, um mit ihm über das Ende der Liebe zu sprechen – Thomaser ist einer der bekanntesten Scheidungsanwälte im Land. Giuseppe Thomaser (Jahrgang 1966) ist in Bozen aufgewachsen, hat in Padua studiert
Außensicht
Hundesteuer: Was für ein Gack!
Aus ff 47 vom Donnerstag, den 20. November 2025
Nun ist sie also vom Tisch, die Hundesteuer: 100 Euro wollte Landesrat Walcher bei Hundehaltenden einkassieren, weil immer mehr (hündische) Hinterlassenschaften Gehwege und Parks verunreinigen. Der Fratell’sche Koalitionspartner aber jaulte empört auf, das sei nicht zu stemmen; außerdem mische man sich damit in die Gefühlswelt der Menschen ein. Okay, aber Hundebesitzer, die den Dreck von ihrem Wuffi nicht wegmachen, mischen sich auch in meine Gefühlswelt ein, indem sie mich erzürnen.
Es ist eine Minderheit, die sich nicht drum schert, dass sie die Gesamtheit der Wuffis und deren Liebhaber in Verruf bringt: Wie kommt man ihr bei? Zurück zur DNA-Probe, meint Walcher: Hunde registrieren, Gackerl analysieren, Strafen ausstellen. Abgesehen vom enormen Aufwand der Registrierung: Wer übernimmt die Beschlagnahmung des corpus defäkti? Wer bringt’s ins Labor? Carabinieri? Schützen? Eine eigene Gackerlpatrouille?
Hier auf Freiwillige zu setzen und darauf zu hoffen, dass sich Rentner finden, die Häufchen einsammeln oder gar hinter Bäumen lauern, um Verweigerer auf dampfender Tat zu ertappen, ist müßig, wenn man bedenkt, dass sich ganze zwei Personen für die Ausübung der Nachbarschaftskontrolle in Meran gemeldet haben.
Erziehung, meint fratella Anna Scarafoni: Wenn es die Eltern schon nicht hinkriegen, dann soll (wieder einmal) die Schule einspringen und Gassigehern beibringen, dass man die Kacka seines Hundes gefälligst zu entsorgen hat. Klingt vernünftig, allerdings habe ich den Verdacht, dass die meisten Missetäter der Schulbank längst entwachsen sind.
Bleibt also noch der harte Weg: Beschämung. Es wird uns, um der Unversehrtheit unserer Schuhsohlen, Fußböden und Autoinnenräume willen, nicht erspart bleiben, selbst zu Disziplinatoren zu werden und Liegenlasser derart zu apostrophieren, als hätten sie eben selbst vor unseren Augen defäkiert: Sind Sie verrückt, machen Sie das weg! Weil so viel Unterschied macht es ja eigentlich nicht. Respektlos ist das eine wie das andere.
von Alexandra Kienzl | Kolumnistin, Englisch-Lehrerin
und ehemalige ff-Redakteurin
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