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Außensicht
Die Väter der Autonomie: Berloffa schlägt Magnago
Aus ff 01 vom Freitag, den 02. Januar 2026
Geschichte tut, was sie will, und gelegentlich spielt sie uns einen Schabernack. An den zwei Südtiroler Autonomievätern Silvius Magnago und Alcide Berloffa hat sie sich soeben für eine mittlere Geschichtslüge gerächt. Die Autonomie, hat die Partei geglaubt, kenne nur einen Vater. Dafür wurde diesem des Landes symbolträchtigster Platz gewidmet: das Geviert zwischen den Palästen der Regierung, des Landtags und des Bautenressorts. Silvius-Magnago-Platz soll es heißen. Eine Namensgebung ohne jede Polemik. Natürlich Magnago, wer denn sonst.
Es waren zunächst Minderheitenstimmchen, die sich erfrechten zu fragen: ja, wer denn sonst noch? Und wenn im Land schon alles nach ethnischem Proporz laufe, warum dann nicht auch bei den Verdiensten? Uns Deutschsüdtirolern wär’s nicht eingefallen, aber plötzlich stellten unsere Italiener auch Vaterschaftsansprüche auf die Autonomie und hatten dafür einen Namen parat: Alcide Berloffa. Den tapferen Christdemokraten traf in den 1960er-/70er-Jahren die undankbare Aufgabe, seine italienischen Landsleute in die Autonomie teils zu locken, teils zu bläuen.
Da galt keine Widerrede. Berloffa musste auch sein Örtchen haben. Gegenüber dem Magnago-Platz, örtlich nah, qualitativ weit genug weg, wurde eine Berloffa-Gedenkbank in den sogenannten Bahnhofspark gesetzt. So weit, so schäbig. Aber die Geschichte rächte sich. Aus dem Trampelpfad Bahnhofspark wurde inzwischen – Ironie, dank Benko! – ein hübscher Park, und sein neuer Name ist: Berloffa-Park. Welcher von beiden Autonomie-Parks jetzt der schönere ist, die geneigte Leserschaft möge urteilen.
Vom Magnago-Platz weiß ich, dass sommers die Angestellten aus den angrenzenden Autonomie-Palästen ihren Arbeitsplatz mit Vorliebe über die Hinterausgänge verlassen. Dies, um sich nicht der brütenden Hitze auf der Asphaltwüste Magnago-Platz aussetzen zu müssen. Abweisender, ungesünder und hässlicher könnte Magnagos Land sich nicht präsentieren. Ein Paradeplatz realsozialistischen Gedenkens.
von Florian Kronbichler | Journalist, ehemaliger Chefredakteur der ff
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