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Außensicht
Tag des Waldes: Vom Waldrand her
Frühlingsbeginn, 21. März, der „Tag des Waldes“, Uno-zertifiziert. Zum Anlass sei daran erinnert: Franz Locher, waldnaher Landtagsabgeordneter, sagte schon vor sechs Jahren Bedeutendes zum Wald in Südtirol. Es war bei den Toblacher Gesprächen 2019.
„Was wissen die Bäume?“ hieß damals das Thema.Poetisch, wie immer in Toblach. Und noch poetischer der Untertitel: „Zu Herrlichkeit und Drangsal der Wälder“. Da tat es gut, dass einer wie der Sarner da war und von der Öko-Kanzel herab die prosaische Erkenntnis wagte: „Wegn in Wold kimp kein Tourist nach Südtirol.“
Verständlich, dass solch klares Sarnerdeutsch beim empfindsamen Toblacher-Gespräche-Publikum nach, wie man heute sagt, Einordnung verlangte. Diese lieferte der landesweit tätige Tourismusberater Alois Kronbichler, ein nicht weit entfernter Verwandter von mir. Der Höflichkeit seines Berufsstandes verpflichtet, blamierte der Berater den Sarner nicht (gemeint: Es stimme nicht, dass die Touristen genauso in ein Südtirol ohne Wald kämen), präzisierte jedoch dessen Sager, es stimme, der Wald sei touristisch tatsächlich wenig bedeutend. Sehr wohl relevant, ich glaube mich zu erinnern, der Branchenkenner sagte sogar: „Systemrelevant“ sei allenfalls der Waldrand.
Jawohl, der Rand! Jetzt haben wir’s: nicht der Wald, aber der Wald-Rand! Und Waldrand haben wir ja. Unerschöpflich haben wir solchen. Waldränder, Plural bitte! Und was diese, die Waldränder, dem Wald selber voraushaben, das ist: Sie sind beliebig vermehrbar. Kaltern etwa setzt in den geschützten Altenburger Wald ein Staubecken. Vordergründig zum Nutzen der Obst- und Weinwirtschaft. Aber zugleich mit dem Kollateralnutzen für die Hotellerie. Sie profitiert vom hinzugewonnenen Waldrand.
Am konsequentesten, wie immer, macht es die Kronplatz-AG. Kauft sich den nächsten geschlossenen Hof, zehn Hektar groß, zur Gänze von Waldrand umgeben, eine Waldlichtung gewissermaßen, und baut eine ganze Touri-City hinein, einen neuen Ortsteil fürs dann abwanderungsgefährdete Reischach. So viel zum Uno-Tag des Waldes.
von Florian Kronbichler | Journalist, ehemaliger Chefredakteur der ff
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