Der Frauenfußball wächst, die Sponsoren aber fehlen. Ohne Geld wird sich der Aufschwung schwer fortsetzen lassen.
Außensicht
Trockenheit: Pfiffra
Die gute Nachricht zuerst: Der Ansturm der fungaioli, also der Pilzesammler, die den Wald nahezu industriell durchackern und das gute Zeug kiloweise abtransportieren, bleibt heuer aus. Die schlechte Nachricht: Es liegt höchstwahrscheinlich daran, dass in diesem Sommer einfach „nix ummer“ ist. Es ist viel zu trocken. (Freilich könnte es, bis Sie diese Kolumne lesen, ergiebig geregnet haben, sodass die Schwammlen nur so aus dem Boden explodieren – typisches Wochenmagazin-Schicksal. Aber bis dato schaut es karg aus im Wald.)
Ich selbst habe mir geschworen, der Pilzesucht nicht zu erliegen. Meine Eltern hatten mir früh vor Augen geführt, was es bedeutet, von ihr befallen zu sein. Betont harmlos hieß es da: „Heint giamer in Wold!“, doch anstatt entspannender Spaziergänge trat plötzlich das Einsatzkommando Pfifferling in Aktion: Einer rannte links den Abhang hinauf, die andere stürzte sich rechts die Büsche hinunter, und beide waren dann vorerst nicht mehr gesehen, bis sie mit ausreichend goldgelber Beute und triumphierender Miene zurückkehrten.
Wir Kinder hassten diese „Ausflüge“, und doch muss ich zugeben, das Pfifferling-Gen, es regt sich mit zunehmendem Alter auch in mir. Kaum des Sommers in moosigem Gebiet unterwegs, stellt sich der lauernde Blick ein, der Waldboden und entgegenkommende Wanderer gleichermaßen scannt: Leuchtet da was aus dem Unterholz? Was tragen die da so verstohlen im Sackl?
Allein, heuer waren bis auf eine mickrige Handvoll sämtliche Sichtungen Phantom-Pfiffra, also gelbe Blätter. Wer Pilze sehen will, muss schon in die laufende Ausstellung des Naturmuseums. Im Wald gibt’s nix und folglich auch nicht auf dem Teller: Kaufen kommt nicht in die Tüte (Sammlerehre!). Und es bedrückt nicht bloß der Verzicht auf kulinarische Genüsse (suspekt ein jeder, der keine Pilze mag), sondern noch viel mehr die Ahnung, wofür der Pilzmangel steht: zu heiß, zu trocken.
Die Natur verändert sich, und mit ihr nicht nur unsere Gewohnheiten. Glücklich wir, die nur die Pilze vermissen. Anderswo bleibt die Ernte aus.
von Alexandra Kienzl | Kolumnistin, Englisch-Lehrerin und ehemalige ff-Redakteurin
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