Der Sanitätsbetrieb arbeitet nach wie vor mit Mitteln aus der digitalen Steinzeit. Das ist unfassbar angesichts eines Milliarden-Jahresbudgets.
Außensicht
Landeshauptmann: Was hat er denn getan?
Geduld ist keine Tugend mehr. Die Amtszeit unseres Landtags und der Landesregierung ist erst zur Hälfte um, und schon scharren Platzhalter und Ehrgeizlinge in den Startlöchern. Die einen, um hineinzukommen, die andern, um drin aufzusteigen. Wer sein Amt noch hat, ist unglücklich über die vorzeitige Rempelei. Sie störe gutes Regieren. Längerfristiges Planen sei so nicht möglich.
Selber schuld! Den nächsten Wahlkampf haben Landeshauptmann und -räte doch schon mit ihren lächerlichen „Halbzeitbilanz“-Pressekonferenzen eröffnet. Das waren keine Bilanzen, sondern Bewerbungen. Dankt uns und bitte weiter! Das war die Botschaft. Was anderes wäre auch zu erwarten gewesen? Dass Arno Kompatscher es schriftlich gibt, dass er nicht länger Landeshauptmann bleiben wird? Nicht länger als bis zum natürlichen Ende der Legislatur im Herbst 2028, aber jedenfalls bis dahin?
Ist alles nicht mehr selbstverständlich. Ein gewisser Kompatscher-Überdruss hat sich wie Mehltau übers Land gelegt. Das war schon beim alten Durnwalder so. Zuletzt sagten selbst Verehrer, ach wär er doch! Wär er nur rechtzeitig gegangen! So musste er durchs Fegefeuer der Justiz, das Volk erbarmte sich seiner, in den Rang der Heiligkeit eines Silvius Magnago schafft er es nicht, aber unterwegs auf die Altäre ist auch er.
Apropos Kompatscher-Überdruss. Der Zauber, der seinem Anfang tatsächlich innewohnte, hat sich verflüchtigt. Nichts, nicht die von ihm so bemühte Autonomiereform (was für eine Reform?), nicht der x-te Rekord-Landeshaushalt (11 Milliarden! – na und?), nichts mehr weckt Kompatscher-Begeisterung.
Es muss am Wohlstandsüberdruss liegen. Wenn ich gesteh’, unter Kompatscher lebe ich gern, bekomm’ ich zur Antwort immer öfter: „Was hat er denn getan?“
In der Frage ist schon die frustige Antwort enthalten: „Nix. Sind alles die gleichen.“ Wohl wird eingeräumt, er sei „immer noch der Beste von denen allen“, aber eher im Sinn: der am wenigsten Schlechte. Es herrscht eine General-
Unzufriedenheit im Land des großen öffentlichen Wohlstands. Oder ist es nur der Herbst?
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