Wildtierexperte Rudi Suchant über menschliche Freizeitansprüche und den Irrtum, dass man Wildtiere nicht stört, solange man sie nicht sieht.
Außensicht
Landeshauptmann-Nachfolge: Wer wird’s?
Es ist zwar noch einige Monate hin, aber die Spannung steigt jetzt schon: Wer wird Landeshauptmann Kompatscher in seinem Amt wohl beerben? Egal ob beim Törggelen, beim Kaffeeklatsch, beim Klassentreffen. Kommt die Rede auf Politik, ist die Frage nicht weit: Wer kommt nach dem Arno? Meist gestellt in einer Mischung aus Neugier und ernster Sorge. Denn das Feld der möglichen Kandidaten, es scheint nicht recht zu überzeugen.
Der Dings wird’s, die Zeitung hat’s geschrieben! Na, Himmelherrgott, bitte nicht der. Ja, dann der Dongs! Ach, der ist doch lang schon weg vom Fenster. Der Hinz? Ausgeschlossen. Viel zu arrogant. Oder der Kunz? Na, viel zu farblos. Wie wär’s mit X? Ne du, nicht romtauglich. Ja, dann bleibt nur noch Y! Der macht sich doch nicht hier die Hände schmutzig. Ha, Z wäre da noch! Zu jung. Eventuell beim nächsten Mal. Den strahlenden Stern am Himmel, man sucht ihn noch vergebens. Im Moment sieht es vielmehr nach Sternschnuppen und Meteoren aus, die beim Eintritt in die Atmosphäre der praktischen Umsetzung ihrer Versprechen sanglos verglühen.
Den Landeshauptmann muss es nicht bekümmern. Bei den Berggorillas ist es ja so, dass der Silberrücken nur etwas von den Jungen zu befürchten hat, wenn er nicht freiwillig den Platz räumt. Nachdem Kompatscher bereits mehrmals erklärt hat, nicht noch einmal antreten zu wollen (eine Änderung des Wahlgesetzes würde es ja möglich machen), kann er sich jetzt entspannt zurücklehnen und dem Imponiergehabe (Brusttrommeln, Brüllen, Ausreißen von Pflanzen) der um den Chefposten konkurrierenden „Youngsters“ zuschauen.
Während diese im Machtkampf völlig aufgehen, könnte er als toleriertes weil nun unschädliches „Großvater-Mitglied“ der Truppe noch einige Aktionen auf Schiene bringen, die man ihm als Anführer vielleicht nicht zugestehen wollte. Im Schatten der Rivalitäten, sozusagen.
Es ist zu hoffen, dass er diese Chance ergreift und sich nicht für das Schicksal des zurückgezogenen Einzelgängers entscheidet, der seine letzten Monate in Lethargie verbringt.
von Alexandra Kienzl | Kolumnistin, Englisch-Lehrerin und ehemalige ff-Redakteurin
Weitere Artikel
-
-
Feierstunde
KlassikKonzert – Südtirol Filarmonica: (mt) Nino Rota ist vor allem durch seine Filmmusik bekannt, doch werden seine Werke des ...
-
Wein mit System
In den Weinkellern von Restaurants und Hotels geht schnell der Überblick verloren. Ein Start-up bringt mit seiner Software Ordnung ins Chaos.
Leserkommentare
Kommentieren
Sie müssen sich anmelden um zu kommentieren.