Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

Aus ff 28 vom Donnerstag, den 13. Juli 2017

Dagmar Regele, Karl Hinterwaldner und Anton Rainer
Karl Hinterwaldner und Anton Rainer (rechts) statten der Direktorin des landesweiten Departments für Gesundheitsvorsorge einen Besuch ab. Dagmar Regele sagte unter anderem: „Ich würde mir wünschen, dass Südtirols Politiker auch so klar hinter dem Impfen stehen, wie es die italienischen Politiker tun.“ © Ludwig Thalheimer
 

zurzeit trudeln gar einige E-Mails erboster Eltern in die Redaktionsadresse herein. Wir als ff sind nur der zweite Adressat, gerichtet sind diese Schreiben in erster Linie an den Landeshauptmann, an die Senatoren und Kammerabgeordneten. Der Wortlaut ist meist ähnlich, er geht etwa so: „Impfen kommt für uns nicht infrage“. – „Ich habe Angst um meine Kinder“. – „Wir sind enttäuscht, dass unsere Sorgen nicht ernst genommen werden“. – „Können Sie es befürworten, dass es wieder zu einer Option kommt?“ – „Wir fühlen uns hier in Südtirol nicht mehr sicher“.
Über kaum ein Thema streiten Eltern so verbittert wie über diesen Nadelstich. Befürworter wie Gegner – beide wollen das Beste für das Kind, und beide werfen einander vor, Schaden anzurichten. In den vergangenen Wochen haben wir als ff bereits einige Male über das neue Impfdekret des Staates und die Südtiroler Gegebenheiten berichtet. Nun folgt noch die Titelgeschichte dazu – der Kampf um die Impfpflicht geht in seine letzte Runde. Vorerst zumindest. Karl Hinterwaldner und Anton Rainer haben sich durch den Dschungel von Impfgegnern, impfresistenten Politikern und Impfmythen geschlagen, sie haben Dagmar Regele interviewt, die Direktorin des landesweiten Departments für Gesundheitsvorsorge. „Ein Staat“, sagt diese, „kann kein Interesse daran haben, die eigene Bevölkerung krank zu machen.“ Alles zum Thema finden Sie ab Seite 22.

Um E-Mails geht es auch in der Geschichte von Norbert Dall’Ò. Von russischen Hackern ausspionierte E-Mails sorgen für neuen Zündstoff im ­Kriminalfall Alex Schwazer. Der Schriftverkehr zwischen der „World Anti Doping Agency“ (Wada) und dem internationalen Leichtathletikverband (IAAF) könnte dem Fall rund um die Dopingsperre des Südtiroler Gehers eine neue Wende geben. Neugierig geworden? Dann blättern Sie auf Seite 44: „Das Rätsel um Miraculix und die russischen Hacker“.

Ein Rätsel gibt auch eine andere Geschichte im Blatt auf. Es geht um Bitcoin, also digitales Internetgeld. Die Welt von Bitcoin und anderen Kryptowährungen ist mittlerweile auch in Südtirol angekommen. Die Hintergründe dazu hat Tobias Gruber recherchiert. Der Schüler des Bozner Franziskanergymnasiums absolviert zurzeit ein Sommerpraktikum bei uns. Seine Geschichte finden Sie auf Seite 34.

Wir wünschen Ihnen eine anregende ff-Lektüre!

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  • Richard Niederstätter und Tobias Gruber

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