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Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

Aus ff 27 vom Donnerstag, den 05. Juli 2018

Migranten
Bei den Migranten: Georg Mair mit Kelly Asemota, dem Koch des Restaurants „African Soul“ in Meran. © Ludwig Thalheimer
 

der deutsche Schriftsteller Thomas Mann schrieb gegen Ende des Zweiten Weltkrieges: „Ein Volk, mit dem niemand leben kann, wie soll das selber leben?“ Er meinte damit freilich die Deutschen – in Rumänien, in Polen wollte 1945 niemand mehr mit ihnen leben. Wegen ihrer Volkszugehörigkeit verachtet, ohne Besitz, heimatlos geworden, zogen Millionen von Landstrich zu Landstrich.
Dasselbe könnte man heute von den Flüchtlingen sagen. Oder von den Sinti und Roma. Von beiden Randgruppen handelt unter anderem ­diese ff-Ausgabe. Die Mehrheitsbevölkerungen in den meisten europäischen Ländern halten zum Beispiel die dort lebenden Roma und Sinti für ein Volk, mit dem niemand leben kann und leben will.
„Gegen Roma und Migranten“, sagt der Verfassungsrechtler Francesco Palermo, „kann man anscheinend alles sagen. Und das ist ein Problem: Wenn die Menschen nicht dahinterstehen, kann eine Menschenrechtskultur sich nicht etablieren.“ Während Alexandra Aschbacher versucht hat, der Welt der Sinti und Roma in Südtirol näherzukommen (ab Seite 14), gibt Georg Mair in der aktuellen Titelgeschichte spannende Einblicke über die Südtiroler Welt der Migranten (ab Seite 22). Er hat sich dafür nicht nur mit zahlreichen Flüchtlingen selbst getroffen, sondern auch mit interessanten Wissenschaftlern – etwa der Anthropologin Dorothy Zinn. Sie stammt aus Texas, lebt aber schon viele Jahre in Italien, seit sieben Jahren lehrt sie an der Universität in Brixen. Sie fragt unter anderem: „Wie wollen wir in Südtirol ‚Fremde‘ integrieren, wenn wir schon den Nachbarn nicht akzeptieren?“
Als Kontrastprogramm, das allerdings auch viel über das Zusammenleben in diesem Land erzählt, empfehlen wir die Reportage von Dunja Smaoui. In einem privaten Keller in Tramin hat sie gemeinsam mit elf eingefleischten Fußballern und Deutschland-Fans das WM-Fußballspiel Deutschland-Südkorea mitverfolgt. Nun wissen wir ja, wie das Spiel ausgegangen ist. Wie im Keller geflucht und gezittert, was geredet und erzählt wurde, erfahren Sie ab Seite 32.
Damit Ihnen in diesen Sommertagen nicht allzu heiß wird, hat sich unsere Extrawurst etwas Besonderes einfallen lassen. Sie hat für Sie einen Karton voller Weißweine zusammengestellt, die Sie locker mit auf eine heiße Insel mitnehmen können – als Abkühlung gewissermaßen (Seite 47).

Wir wünschen Ihnen eine anregende ff-Lektüre!

weitere Bilder

  • Alexandra Aschbacher im Gespräch mit Radames Gabrielli

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