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Editorial

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Aus ff 13 vom Donnerstag, den 28. März 2019

Andreas ­Heidegger und Dunja Smaoui
Dunja Smaoui sprach mit dem Naturnser Bürgermeister Andreas ­Heidegger über die Bürgerbeteiligung in seiner Gemeinde – und ein aktuelles Projekt, das viele als gescheitert empfinden. © Alexander Alber
 

wer das Wort Bürgerbeteiligung hört, denkt vielleicht an Wutbürger. Hauptsache dagegen. Hauptsache fordern, verhindern, blockieren und laut sein. Und dann klingt Bürgerbeteiligung auch wieder so zäh, so politisch, so nichtsaussagend. Was soll das schon sein – Bürger, die sich beteiligen? Woran denn bitteschön? Und vor allem: Warum?
In Südtirol gibt es zwar eine lange Tradition der Bürgerbeteiligung, aber auch eine sehr nüchterne. Die Gemeinde Naturns im Vinschgau stach in den Neunzigerjahren heraus, als die Bürger ein Leitbild voranbrachten, dessen Idee viele andere Gemeinden im Land übernahmen. Vor einem Jahr wurde in Naturns das Projekt „Vision Naturns 2030+“ ins Leben gerufen – groß aufgefahren mit Bürgern, dem Gemeinderat, der Eurac und der Uni Innsbruck, um die Probleme um Neubauten der Wellness-Anlagen und Verkehr in andere Richtungen zu lenken. Klingt gut. Doch zum Abschluss erklären die beteiligten Bürger das Projekt für gescheitert – weil es als Feigenblatt für die Lokalpolitik dienen solle, weil es nichts gebracht habe außer Ansehen der Politiker. Für unsere ­Titelgeschichte hat Dunja Smaoui mit Bürgern aus Naturns gesprochen, mit Verantwortlichen aus der Politik, mit einem Politologen über Mitbestimmungsrechte im Land und einem Wirtschaftsberater über den Prügelknaben Tourismus. Eine Dorfreportage, die zeigt, wer die Macht hat – beispielhaft für viele andere Gemeinden im Land, zu lesen ab Seite 14.

Macht in einem ganz anderen Bereich, nämlich beim Strom, hat gewiss die Landesenergiegesellschaft Alperia. Hinter den politischen Kulissen wird derzeit um die Besetzung von Verwaltungsrat und Aufsichtsrat gerangelt. Im Mai müssen die Posten nämlich neu besetzt werden. Doch abseits des Postenschachers ist ein Aspekt schon seit geraumer Zeit unterbelichtet geblieben: Wie steht es eigentlich mit der Einhaltung der Verpflichtungen, die die Vorgängergesellschaft von Alperia, die Sel AG, bei der Zuteilung der E-Werk-Konzessionen erhalten hat – wie etwa der Austausch der Druckrohrleitungen? Wurden die festgeschriebenen Hausaufgaben gemacht? Markus Larcher hat sich durch die sogenannten Auflagenhefte gewühlt und ist der Alperia auf die Pelle gerückt. Zu lesen gibt es die Geschichte ab Seite 32.

Ganz im Zeichen der Bürgerbeteiligung fällt zum Schluss noch eine Frau auf, die immer wieder ihre Stimme erhoben, sich immer wieder für ihren Traum von Frieden eingesetzt hat: Irmtraud Mair. Eine Pazifistin, die auch mit 77 Jahren noch Visionen hat und für Gerechtigkeit kämpft. Die Oberschülerinnen Linda Covi und Nora Gamper haben die Südtirolerin in Dortmund besucht und erzählen im Rahmen des Gabriel-Grüner-Schülerpreises eine Geschichte über eine Malerin, Poetin, Sängerin und unermüdliche Kämpferin. Das Porträt lesen Sie ab Seite 46.

Wir wünschen Ihnen eine anregende ff-Lektüre!

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