Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

Markus Larcher mit der Schriftstellerin Tanja Raich
Was heißt es, in der Literatur zu leben? Für das Porträt in dieser Ausgabe hat sich Markus Larcher mit der Schriftstellerin Tanja Raich getroffen (ab Seite 52). © Ludwig Thalheimer
 

wenn man zu den Nachbarn nach Österreich schaut, könnte man glatt denken, Österreich ist jetzt Italien. Wenigstens, wenn man die Dichte der politischen Skandale zugrunde legt. Nach Ibiza, das die FPÖ zerlegte, jetzt die Ermittlungen gegen Sebastian Kurz (ÖVP). Der Strahlemann der Konservativen ist entzaubert, er musste von seinem Amt als Bundeskanzler zurücktreten.

Worauf war das System Kurz aufgebaut, wofür steht der Mann und was bedeutet die Affäre für die Demokratie? Andrej Werth hat Aufklärung bei zwei Personen gefunden, die die österreichische Politik bis in die Details kennen: dem Politikwissenschaftler Peter Filzmaier und dem Journalisten Florian Klenk, Chefredakteur der Wochenzeitung Falter. Ab Seite 14.

Nachhaltigkeit ist einer der Grundsätze, dem sich die Landesregierung verschrieben hat. Auf dem Papier. Ein Prüfstein für die Linie der Landesregierung ist das Projekt für ein Hoteldorf in Kurzras im Schnalstal. Auf den Tisch gelegt hat es die Athesia. 600 Betten sollen es werden. Norbert Dall’Ò beschreibt in der Titelgeschichte, wie schwer es ist, eine Balance zwischen Naturschutz und Wirtschaft zu finden. Und: Wie sehen die Leute im Tal das Vorhaben? Das Machtgeflecht der Athesia ist zwischen Wirtschaft und Politik weit gespannt – die Landesregierung lässt sich dementsprechend viel Zeit, um über das Projekt zu befinden. Ab Seite 26.

Eine andere Geschichte von engen Verbindungen zwischen Wirtschaft und Politik erzählt Karl Hinterwaldner. Warum hat der einflussreiche Meraner Bauingenieur Siegfried Unterberger den Stegerhof in Labers wieder verkauft, den er vor Jahren mit dem Land gegen seine Bildersammlung getauscht hatte? Und was passiert mit dem anderen Stegerhof, den Unterberger in Vöran besitzt? Ab Seite 34.

Ein Mann, der nur die Kraft der Musik zur Verfügung hat, ist Max Castlunger. Der Perkussionist baut seine Instrumente selber, einige zeigt er jetzt im Euregio-Kulturzentrum in Toblach. Georg Mair hat ihn für die Kulturgeschichte in diesem Heft besucht. Was bedeutet ihm die Musik? Sie hilf ihm, seine Ängste zu überwinden. „Mann und Musik“, meint Mair, „haben viele Schichten.“
Ab Seite 48.

Wir wünschen Ihnen eine anregende ff-Lektüre!

weitere Bilder

  • Norbert Dall’Ò  mit Karl Josef Rainer

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