Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

Aus ff 01 vom Mittwoch, den 05. Januar 2022

Alexandra Aschbacher mit Marianne Siller
Alexandra Aschbacher mit Marianne Siller: Corona hat das Pflegeproblem noch einmal verschärft. Wie schlimm ist es wirklich? „Zurzeit haben wir allein in der Pflege an die 300 offene Stellen“, sagt die Pflegedirektorin des Sanitätsbetriebes im ff-Interview. © Ludwig Thalheimer
 

das alte Jahr steckt uns noch in den Knochen, und schon müssen wir ein neues beginnen. Unbeschrieben liegt 2022 vor uns. Diese neue Jahreszahl soll alles verändern, viele Hoffnungen und Erwartungen knüpfen wir daran. Bis es richtig losgeht, wird es noch eine Weile dauern. Aber meist ist nicht der Anfang, sondern das Weitermachen schwer.

Ein Südtiroler, der sich gut mit Enden und Anfängen auskennt, ist Roland Trettl. Der 50-jährige Koch aus Oberbozen hat viele Stationen in seiner beruflichen Laufbahn hinter sich, er war in München, Mallorca, Tokio und Salzburg tätig. Er war mehr als zehn Jahre lang Executive Chef im Salzburger Restaurant „Ikarus“ im Hangar-7 von Red-Bull-Milliardär Dietrich Mateschitz; in seiner Küche gaben sich die Spitzenköche dieser Welt die Klinke in die Hand.

Heute moderiert Trettl mit „First Dates – Ein Tisch für zwei“ seine eigene Sendung auf Vox. Er ist Buchautor, Unternehmer und Markenbotschafter etlicher Unternehmen – kurzum: Trettl hat sich selbst zur Marke gemacht. Markus Larcher hat in den vergangenen Jahren immer wieder über Trettl geschrieben, 2015 hat er ihn in Salzburg besucht. Für die erste Titelgeschichte dieses Jahres hat er Trettl während eines kurzen vorweihnachtlichen Aufenthalts in dessen Heimat am Ritten getroffen. Für Larcher und Fotograf Ludwig Thalheimer ist Trettl an den Ausgangsort seiner Karriere zurückgekehrt – in das Parkhotel Holzner in Oberbozen. Obschon das Hotel für einige Tage geschlossen hatte, hat Besitzer Wolfgang Holzner die Pforten für seinen Freund geöffnet (ab Seite 40).

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, schrieb Hermann Hesse in seinem Gedicht „Stufen“. Ein Teilsatz, der schon längst in die Alltagssprache eingegangen ist. Im Gedicht heißt es weiter: „Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen“. Doch Aufraffen ist so eine Sache, keine einfache. Landeshauptmann Arno Kompatscher hat sich aufgerafft – und seiner Partei klipp und klar die Marschroute vorgegeben. Es geht dabei um die Abhörprotokolle der Sad-Affäre, über die die ff in den vergangenen zwei Ausgaben berichtet hat.

Bei seiner Jahresabschluss-Medienkonferenz sagte Kompatscher: „Es soll Verhaltensweisen gegeben haben, die nicht im Einklang sind mit dem, was unsere Richtschnur für eine Politik ist und deshalb gilt es das aufzuarbeiten – und zwar vollständig.“ Erst danach spreche er über eine etwaige Wiederkandidatur. Was jetzt in der SVP los ist, haben Georg Mair und Karl Hinterwaldner recherchiert (Seite 14).

Wir wünschen Ihnen eine anregende ff-Lektüre

weitere Bilder

  • Markus Larcher mit Roland Trettl

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