Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

Norbert Dall’Ò und Bodo Ramelow
Sommergespräch mit der Linken-Ikone Bodo Ramelow: Norbert Dall’Ò (links) traf sich im Saltauserhof in Passeier mit dem Minister­präsidenten von Thüringen. Der sagte Sätze wie: „Ich warne davor, ganze Volksgruppen zu kriminalisieren, aber: Ein Arschloch bleibt ein Arschloch bleibt ein Arschloch.“ Ab Seite 22. © Alexander Alber
 

wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. So lautet ein altes Sprichwort, das sich immer wieder bestätigt. Die „Pusterer Buam“, die in den 1960er-Jahren in Südtirol Sprengstoffanschläge verübt haben, durften jahrelang nicht mehr zurück in die Heimat. Selber Schuld, lautete oftmals der lapidare Kommentar vieler Zeitgenossen dazu. Jetzt ist einer der „Buam“ wieder ins Pustertal zurückgekehrt. Und Heinrich Oberleiter fand starke, mutige und ehrliche Worte anlässlich seines ersten Besuchs seiner Heimat seit vielen Jahren: „Ich habe solchen Schaden angerichtet. Den hätte ich nie abzahlen können.“ Der zu „zweimal lebenslänglich“ Verurteilte war im Dezember von Staatspräsident Sergio Mattarella begnadigt worden. Norbert Dall’Ò war beim historischen Pressegespräch am Freitag vergangener Woche in Sand in Taufers dabei. Nachzulesen ab Seite 38.

Geht Südtirol bald das Gas aus? Andrej Werth hat sich auf die Suche nach Antworten auf diese Frage gemacht. Er hat mit Unternehmern, Gasverkäufern und Fachleuten gesprochen. Sie zeigen sich zuversichtlich, dass wir in Südtirol genug Gas haben werden. Aber die Preise, fürchten sie, werden noch weiter steigen. Werth schreibt: Uns steht ein kalter Winter bevor, weil Wladimir Putin Erdgas als Waffe einsetzt. Den Schaden haben wir alle zu tragen. Die ganze Geschichte lesen Sie ab Seite 28.

Große Schäden in Südtirols Wäldern richten die Borkenkäfer an. Sie sind, ähnlich wie Stürme, Gletscherabbrüche oder Überschwemmungen, kaum mehr zu übersehende Boten des fortschreitenden Klimawandels. Alexander van Gerven und Fotograf Alexander Alber haben sich vor einigen Wochen ins Pustertal aufgemacht. Dort trafen sie Wolfgang Weger, Direktor des Forstinspektorats Bruneck, Günther Pörnbacher, Direktor des Forstinspektorats Welsberg, und Stefan Schwingshackl, Stationsleiter in Bruneck.

Der Käfer, erklärten die Forstleute, sei immer schon dagewesen. Doch infolge von Extremereignissen wie dem Sturm Vaia 2018 oder dem Schneedruck 2019/20 habe er sich exponentiell vermehren können. „Der Käfer“, sagt Weger, arbeite „wie eine Tunnelbohrmaschine“. Teil 2 unserer Serie „Wald in Schwierigkeiten“ lesen Sie ab Seite 40.

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