Von Pater Haspinger bis zum Duce: In Südtirol tragen Straßen, Plätze und öffentliche Gebäude Namen von Männern mit zweifelhafter Biografie. Sollen wir ihr Vermächtnis weiterhin hochhalten?
Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser,

es war eine Debatte, die in Trient geführt, aber auch in Südtirol gefühlt wurde. Mitte März hatte der Gemeinderat von Trient beschlossen, dass Benito Mussolini, der Duce, Ehrenbürger der Stadt bleiben sollte. Mussolini war ab 1925 Diktator des faschistischen Italien.
Die Aufregung war groß – auch viele ausländische Medien schauten auf unsere Nachbarn. Und wie ist das bei uns?
Diese Frage hat sich Karl Hinterwaldner in seiner Titelgeschichte gestellt. Er schreibt: „Von Pater Haspinger bis zum Duce: In Südtirol haben Straßen, Plätze und öffentliche Gebäude Namen von Männern mit zweifelhafter Biografie. Einige von ihnen sind auch Ehrenbürger. Sollen wir weiterhin ihr Vermächtnis hochhalten?“ Die Antwort auf seine Frage finden Sie ab Seite 16. „Vergiftetes Erbe“.
Teil der Recherche und des Artikels ist eine Liste an Namen, denen laut Hinterwaldner keine öffentlichen Ehren zuteilwerden müssten. Brixen ist eine Stadt mit besonders vielen Ehrenbürgern, das hat mit der kirchlichen Vergangenheit als Bischofssitz zu tun.
Brixen ist letzthin vor allem durch Rodungen in die Schlagzeilen gerückt. Als Anfang März die Bäume des Auwalds in Brixen Süd gefällt wurden, war die Aufregung groß. Dabei war davor schon ein anderer Grüngürtel gerodet worden. Sie wollen wissen welcher? Dann blättern Sie auf Seite 33. Lissy Habermann hat recherchiert: „Und wieder fallen Bäume“. Habermann, 21, hospitiert seit einigen Wochen bei der ff. Sie stammt aus Magdeburg, wo sie an der Hochschule Magdeburg-Stendal Journalismus studiert.
Um Landschaften geht es auch im Artikel von Markus Larcher, vor allem um das Landschaftsleitbild. Er beginnt seinen Artikel so: „Es gab einmal ein Versprechen. Das Versprechen, die Landschaft zu schützen.“ „Lizenz zum Bauen im Grünen“, ab Seite 30.
Auch der Text von Silke Hinterwaldner handelt von einem Versprechen, das Versprechen vom Campingtraumurlaub. Ein Wohnmobil verspricht Urlaubsglück. Das wilde Campieren ist aber längst zu einer Plage geworden. Der man nicht beikommt. „Die Freiheit der anderen“: ab Seite 34.n
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