Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

Es ist Sommer. Und deswegen gibt es ab dieser Ausgabe die ff-Sommergespräche. Den Auftakt machen die Künstler Lois und Anna Anvidalfarei, Vater und Tochter. Markus Larcher (rechts) hat die beiden im Palais Mamming in Meran getroffen. „Wir sind, was wir machen“, ab Seite 46. © Alexander Alber
 

Alex Schwazer war 14 Jahre alt, als er seine Karriere begann. Er besucht die Sportoberschule in Sterzing und will Eishockeyspieler werden. Es kommt anders: Er wird einer der besten Geher der Welt. 2008 gewinnt er die Olympischen Spiele. 2012 dann der tiefe Fall: Er wird als Dopingsünder überführt. Doch er kämpft sich zurück – und wird 2016 wieder positiv getestet. Schwazer, sein Trainer Sandro Donati und Anwalt Gerhard Brandstätter weisen die Vorwürfe zurück: Die Urinprobe sei manipuliert worden. Zehn Jahre später heißt es wieder: Schwazer hat gedopt. Viele Menschen fragen sich seither: Was ist da los? Der Fall Schwazer ist kompliziert.
Georg Mair hat ihn aufgeschrieben. Dabei stellt er sich auch die Frage: Ist Sport Sucht? „Gehen, ging, gegangen“, ab Seite 32. Zur Titelgeschichte gehört auch ein Interview mit der ehemaligen Spitzensportlerin Monika Niederstätter. „Eindruck eines Getriebenen“, ab Seite 36.
Um Abhängigkeiten geht es auch in dem Artikel von Alexander van Gerven. Am vergangenen Sonntag war Tag der digitalen Unabhängigkeit. Es ist eine Initiative aus Deutschland, die auch in Südtirol Fuß gefasst hat. Die Idee: sich Schritt für Schritt und aus dem Klammergriff der großen Tech-Konzerne lösen. Aber wie geht digitale Unabhängigkeit und wie (un)abhängig ist Südtirol? „Auf freiem Fuß“, ab Seite 14.
Wie abhängig wir von Treibstoffen sind, haben besonders die vergangenen Monate eindrucksvoll vor Augen geführt. Die Sperre der Straße von Hormus war an den Preisen an der Zapfsäule in Echtzeit ablesbar. Ums Tanken geht es auch im Beitrag von Karl Hinterwaldner. An der Mebo bei Lana soll ein neue Tankstelle gebaut werden. Doch der Widerstand dagegen wächst – besonders innerhalb der eigenen Branche. „Zwölffach kritisch“, ab Seite 28.
Auch Wein kann abhängig machen. Dabei gehört der Wein zu Südtirol wie der Berg und der Speck. Künftig soll es ein Haus des Weines geben, in dem alle Wein-Player unter einem Dach versammelt sind. Doch bei den Freien Weinbauern ist über den Einzug ein Streit entbrannt. Andrej Werth hat recherchiert. „Kurz im Abgang“, ab Seite 30.
Die Frage nach Identitäten hat sich auch Lissy Habermann gestellt – und wie das Zusammenleben in Bozen funktioniert. „Gelebte Unterschiede“, ab Seite 40.
Habermann, eine Journalismus-Studentin aus Deutschland, hat drei Monate lang bei uns hospitiert. Wir wünschen ihr alles Gute auf ihrem weiteren Weg. 

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