Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

Operation Alpenkohle: Silke Hinterwaldner hat mit dem Unternehmer Marcel Huber (Mitte) und seinem Anwalt Joachim Stock über die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gesprochen, die auch das Unter­nehmen Syncraft in Schwaz betreffen. © Alexander Alber
 

der Südtiroler Volkspartei ist etwas gelungen, was man ihr nicht mehr zugetraut hätte: Sie hat das Land geeinigt. Zumindest den südlichen Teil. Im Unterland sind in diesen Wochen SVP, Grüne und Schützen einer Meinung – und die lautet: so nicht! Der Bezirk soll bei den nächsten Parlamentswahlen aufgeteilt werden, einige Gemeinden bleiben beim Senatswahlkreis Bozen, einige kommen zum Kreis Burggrafenamt/Vinschgau, Aldein sollte Teil des Pustertals werden. So lautete jedenfalls der Vorschlag vom Fratelli d’Italia-Kammerabgeordneten Alessandro Urzì.
Die SVP, vor allem Parteileitung und Mandatare in Rom, stehen nun vor einem großen Problem. Alexander van Gerven hat für die Titelgeschichte die Affäre nachgezeichnet – und sich die Frage gestellt, wie die SVP-Spitze mit der Causa umgeht. „Verdealt“, ab Seite 16. Übrigens, in der Regel dürfen Fotografen auch einige Minuten nach Sitzungsbeginn bei der SVP noch fotografieren. Am Montag war das anders, gesprochen wurde erst, als die Türen für Außenstehende geschlossen waren. Zur Titelgeschichte gehört auch ein Interview mit Verfassungsrechtler und Ex-Senator ­Francesco Palermo. Er spricht von einer „Scheinheiligen SVP“. Das Gespräch geführt hat ­Matthias Hillebrand. Ab Seite 20.
Karl Hinterwaldner befasst sich in seinem Artikel mit einem anderen Südtiroler Landesteil: dem Sarntal. Geht es nach Bürgermeister Josef Mair, braucht das Sarner Handwerk neuen Gewerbegrund – und bringt dabei eine Wiese ins Spiel, die schon vor Jahren die Landespolitik entzweite. Ob es dieses Mal besser läuft? „Gesetz nach Maß“, ab Seite 23.
Unser Autor Helmut Luther ist hingegen in den Vinschgau gefahren, zum Bauernhof Castelatsch am Nörderberg oberhalb von Tschengls. Hier leben Noa Paul und Werner Schönthaler. Er ist ein Vinschger, sie eine Isrealin. Zusammengebracht hat sie ihr Interesse am Baustoff Hanf. Luther hat sie für uns porträtiert. Gesucht und gefunden, ab Seite 50. Und Julia Staffler hat drei junge Unternehmer porträtiert, die einem bekanten Vorurteil widersprechen: die Generation Z sei arbeitsfaul. Von wegen. „Mit Vollgas nach oben“, ab Seite 28. 

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