Vor 100 Jahren starb Pfarrer Ojöp Dasser. Er gründete die erste Raiffeisenkasse Südtirols – die genossenschaftliche Idee prägt das Land bis heute.
Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser,
Aus ff 38 vom Donnerstag, den 17. September 2026

das Herz wird seit der Antike als Organ der seelisch-geistigen Lebensmitte gedeutet. Aristoteles, der griechische Philosoph, hatte bereits um 300 vor Christus geschrieben: „Wir glauben, dass sich im Herzen das Prinzip des Lebens und der Bewegung sowie der Empfindung befindet.“ Das Prinzip bleibt – trotz besseren Wissens um die Bedeutung des Gehirns – bis heute bestehen. Auch der Mensch des 21. Jahrhunderts leidet emotional in Herznähe. Vor diesem Hintergrund wird es verständlich, welch vielfältige Gefühle bei einer Transplantation ausgelöst werden: Angst, Dankbarkeit, Hoffnung, Sehnsucht, Schuldgefühle …
Was verschwindet da mit dem eigenen Herzen? Wie ist das, mit einem fremden Herzen in der Brust zu leben? Georg Mair hat rund um das Thema Herz- und Organtransplantationen recherchiert – ausgehend vom Fall Domenico, dem erst zwei Jahre alten Jungen, der Anfang dieses Jahres nach einer Herztransplantation gestorben war. Der Transport eines Herzens von Bozen nach Neapel war derart falsch gelaufen, dass das Organ am Ende irreparabel beschädigt worden war. Der Fall sorgte in Italien und über die Grenzen hinaus viele Wochen für Schlagzeilen. Für das Interview zur Titelgeschichte hat Mair auch mit dem Moraltheologen Martin Lintner gesprochen. Er beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema Organspende und Transplantation. Ab Seite 18.
Auch Töne können Geschichten erzählen. Jede Note erzählt von Leidenschaft, jeder Takt von Emotion – Musik trifft sehr oft auch direkt ins Herz. Für ein ungewöhnliches musikalisches Klangerlebnis haben sich Markus Larcher und Alexander Alber nach Toblach aufgemacht. Das Mahler Academy Orchestra hat dort die 4. Sinfonie von Gustav Mahler geprobt und aufgeführt – unter der Leitung von Philipp von Steinaecker.
Das Besondere daran: Man spielt auf originalen und nachgebauten Instrumenten aus Mahlers Zeit. Es ist, so Larcher, „ein musikalisches Experiment zwischen anmutigen Klängen und brachialen Fortissimi, zwischen schmachtender Fin-de-Siècle-Stimmung und undefinierbarer Bedrohungskulisse.“ In einer Probenpause sagte von Steinaecker zu Larcher: „Mahlers Sinfonien sind so etwas wie eigene Universen mit unterschiedlichen Klangwelten, die wir mit den alten Instrumenten freizulegen versuchen.“ Ab Seite 52.
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