KlassikKonzert – Südtirol Filarmonica: (mt) Nino Rota ist vor allem durch seine Filmmusik bekannt, doch werden seine Werke des ...
Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser,
ein Artikel, der am 17. September in ff (38/26) erschienen ist, sorgt immer noch für Nachwirkungen. Der Titel der Story war: „Der erregte Mann“. Es ging um Influencer, die erklären, was „echte Männer“ ausmacht, es ging um „Muskeln, Reichtum und ein patriarchales Lebensmodell“.
Der Artikel der ff hat einen wunden Punkt getroffen.
Es ging in ihm um die „Manosphere“. Der Begriff bezeichnet soziale Netzwerke und Online-Foren, in denen Männer sich austauschen. Darin ist es nicht immer leicht zu unterscheiden, was Tipps für Männer sind und was eine frauenfeindliche Gesinnung. Die „Manosphere“ ist ein großes Thema, viel diskutiert. Wer mehr darüber wissen will, dem sei das Buch von Julia Ebner „Von Fitness zu Faschismus. Gefahren extremer Männlichkeit“ empfohlen, das soeben im Suhrkamp-Verlag erschienen ist.
Für den ff-Artikel wurden Studien konsultiert, Psychologen befragt, aber auch ein Kampfsportler wie Raphael Federico. Wir haben also wie immer verschiedene Standpunkte dargestellt und analysiert, aber niemandem nach dem Mund geschrieben. Das ist der Unterschied zu PR, das ist Journalismus. Wir müssen begründen, was wir schreiben, da genügt es nicht, ein paar Mal „Scheiße“ zu sagen.
Federico kommt nun in seinem Podcast „Aufs Maul“ auf den Artikel zurück. Er redet mit dem Influencer Gabriel Mair alias „Buono“, der gerne das Wort „Scheiße“ verwendet. Sie sitzen in einem Käfig, in dem sonst Mixed-Martial-Arts-Kämpfe stattfinden (ein blutiger Kampfsport).
Irgendwann kommen sie auf den Artikel in der ff zu reden. „Buono“, übrigens auf dem Cover von ff 23/26 (er ließ sich bereitwillig dafür fotografieren), sagt, er lese keine Zeitungen. Aber er weiß, dass der Artikel eine „Schande“ sei, „ehrenlos“. Wie kann er das behaupten, ohne die ff zu lesen?
Kritisieren darf man uns, aber nicht diffamieren. Würden wir jemandem vorwerfen, er würde schreiben, was er will, also lügen, hätte er jeden Grund uns zu verklagen.
Als der Podcast auf Instagram gepostet wurde, hinterließ auch der Account „cmg_ideenfabrik“ einen Kommentar. Dahinter steht ein bekannter Landwirt und Unternehmer aus dem Unterland. Er beleidigte ff-Redakteur Andrej Werth. Einfach so. Werth hat mit dem Artikel, um den es im Podcast geht, nichts zu tun. Der Verfasser des Posts hätte uns bestimmt verklagt, hätten wir so über ihn geschrieben.
Die Crux der sozialen Medien ist, dass man meint, alles sagen und schreiben zu können. Ein gedrucktes Medium wie die ff hingegen ist an Regeln gebunden – die wir einhalten. Und eingehalten haben, wie im Artikel „Der erregte Mann“.
Wir werden uns nicht davon abhalten lassen, weiter kritisch zu schreiben und Dinge zu hinterfragen.
Wir wünschen Ihnen eine anregende ff-Lektüre
Weitere Artikel
-
-
Die Partei, die ihr Volk sucht
Die SVP verwaltet ein reiches Land, ringt aber mit der eigenen Identität. Welche Zukunft hat eine Volkspartei, deren Basis sich verflüchtigt?
-
Gerupfter Gigger
Kronplatz – Logo: (doc) Das neue Logo des Pusterer Skibergs Kronplatz sorgt für Streit. Es geht um den ladinischen Namen „Plan ...

Leserkommentare
Kommentieren
Sie müssen sich anmelden um zu kommentieren.