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Die Herrschaft des Bauchs

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Über Vernunft und Ideologie in der politischen Debatte: Leitartikel in ff 31/17

Dass die Politik primär nicht die Ratio, sondern den Bauch anspricht, ist eine Konstante in der Geschichte. Einerseits spricht man so nicht nur eine dünne Schicht von Intellektuellen an – die Politik macht ihr Geschäft bekanntlich mit der Masse –, andererseits muss man sich nicht die Mühe machen, Fakten und Belege aufzuzeigen. Da das Herz früher schlägt als der Kopf denkt, war und ist das Ansprechen von Gefühlen für das Geschäft viel einträglicher, wobei sich das Arbeiten mit der Emotion Angst besonders bewährte und bewährt.
Im Film „Das Wirtshaus im Spessart“ äußert der Anführer einer Räuberbande einem Pfarrer gegenüber: „Ich drohe mit dem Galgen, Sie mit dem Fegefeuer. Gäbe es keine Angst auf der Welt, wären wir beide stellungslos.“ Ohne das Heraufbeschwören einer Bedrohung und ohne die Selbststilisierung zu einem Retter hätten es manche nicht im besten Sinne bekannte Gestalten aus der politischen Geschichte zu nichts gebracht.
Andererseits muss jedoch im selben Atemzug auch gesagt werden, dass für erfolgreiches Arbeiten an und mit Emotionen unter der Bevölkerung immer reale und erlebte, das heißt, unbestreitbare Tatsachen als Aufhänger erforderlich sind. Meist spielte und spielt das Establishment die Taktik jener, die den Bauch des einfachen Mannes ansprechen, als Panikmache herunter, anstatt sich mit den negativen Aspekten der eigenen Politik zu beschäftigen und die Ängste der Leute ernst zu nehmen – was auch heute vielfach nicht geschieht. Im Falle jener Impfungen, die man aufzwingen will, sind schädigende Nebenwirkungen und vereinzelt Todesfälle schlechthin Realität. Auch wird die Politik – auf die weltweit die Wirtschaftslobbies massiven Einfluss nehmen – nicht abstreiten können, dass vom neuen Impfdekret in erster Linie die pharmazeutische Industrie großen Nutzen zieht, mehr als die Bevölkerung. Fazit: Das Impfdekret wurde nicht primär um des Wohles des Bürgers erlassen.

Georg Lezuo, Bozen

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