Leserbriefe

Liebe Volksbank

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Die Klage einer Leserin, die in Volksbank-Aktien investiert hat

Im Februar 2016 habe ich bei der Südtiroler Volksbank, s­einerzeit noch eine Genossen­schaft auf Aktien, 250 Anteile zu einem Preis von 19,55 € im Gesamtwert von 4.887,50 € gekauft. Im ­November 2016 wurde dann die Genossenschaft in eine Aktiengesellschaft umge­wandelt. Es wurde den Volksbankmitgliedern freigestellt, von ihrem Austrittsrecht ­Gebrauch zu machen, und ihre Anteile zu einem Preis von 12,10 € zurückzugeben.
Hätte ich seinerzeit von meinem Austrittsrecht ­Gebrauch gemacht und ­meine Anteile zurückgegeben, ­hätte ich 1.862,50 € ­weniger ­dafür bekommen, als ich ausge­geben habe.
Da mir das eindeutig als ein Verlust­geschäft erschien, bin ich meiner Volksbank „treu“ geblieben ...
In einer der letzten News­letter, die ich als stolzes Volksbankmitglied erhalten habe, wird mir mitgeteilt, dass der Verwaltungsrat der Volksbank heute den Bilanzentwurf für das erste Halbjahr 2017 gut­geheißen hat, und dass man einen Nettogewinn von 11,1 Millionen € ausweist. Und so habe auch ich Bilanz­ gezogen und festgestellt, dass ich persönlich kein ­solches Traumergebnis habe ver­buchen können.
Da ich keinen Geldbaum zu Hause habe und für mein Geld arbeiten muss, hat mich folgende Über­legung sehr ­beschäftigt: Für den Erwerb­ der Anteile habe ich 488 Stunden arbeiten ­müssen und irgendwie wäre es ­vielleicht sinnvoller gewesen, 186 ­Arbeitsstunden ­davon mit ­süßem Nichtstun zu ver­bringen, als das dafür­ ­­er­haltene Geld so in den Wind zu schießen.
Aber dies alles sind Gedanken­gänge eines einfachen Geistes, der eben keine Ahnung von der großen Finanzwelt hat.
Obwohl, die Grundidee ist genial! Eigentlich könnte auch ich eine AG ­gründen! Ich werde mal meine Freunde und Bekannten fragen, ob sie nicht Lust hätten, bei mir zu investieren. Pro Anteil­ ­können sie mir 100,00 € ­geben, und nach einem ­Monat sage ich ihnen dann, dass ihr Anteil nur mehr 50,00 € wert ist.

Jovanka Leitner, Sterzing

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