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„Einseitig ist nie gesund“

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Extra „Trends“ in ff 15/18: Interview mit dem Foodblogger Stefano Cavada

Die Überschrift des Interviews „Einseitig ist nie gesund“ ist vielversprechend. Im Interview wird viel über Proteine erzählt. Ich kenne Herrn Cavada und seine Arbeit nicht, dennoch sollten Sie nicht alles drucken, was Ihnen erzählt wird, beziehungsweise besser recherchieren.
Richtig ist, dass fast alle Lebensmittel Proteine enthalten, und ich bin positiv überrascht, dass neben Fleisch auch Lebensmittel wie Hülsenfrüchte als Proteinlieferanten erwähnt werden. Dennoch finde ich es ­beinahe fahrlässig, dass geschrieben wird, Proteine würden helfen, Gewicht zu verlieren und dass wir oft einer zu proteinarmen Ernährungsweise folgen.
Laut italienischen Richtlinien sollte eine erwachsene, gesunde Person 0,8 g Proteine/kg Körpergicht/Tag zu sich nehmen. Dies wären bei einer Person von 60 kg in etwa 48 g Proteine. 100 g Kichererbsen enthalten bereits 19 g Proteine. Und wie richtig erwähnt, besitzen die meisten Lebensmittel mehr oder weniger viele Proteine, so auch Getreide­produkte wie Brot und Nudeln.
Ein durchschnittlicher Südtiroler nimmt häufig mehr Proteine zu sich, als von den italienischen Richtlinien vorgegeben. Auch sollte erwähnt werden, dass beispielsweise Hülsenfrüchte kein ausgewogenes Aminosäurespektrum besitzen.
Aminosäuren sind die Bausteine der Proteine, und der Körper kann acht dieser Amino­säuren nicht selber herstellen und nur durch die Nahrung aufnehmen. Hülsenfrüchte sind arm an der für den Körper wichtigen Aminosäure Methionin. Deshalb sollte immer auf eine Kombination verschiedener pflanzlicher Proteinquellen geachtet werden.

Martina Tschurtschenthaler, Bozen

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