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Leserbriefe

Ladinische Einheit

Aus ff 10 vom Donnerstag, den 05. März 2020

Leserbriefe
Leserbriefe © ff-Media
 

Lois Trebo, Abtei:

Warum eine Einheitssprache für das Ladinische lebenswichtig ist

Seit 2003 ist die Verwendung der ladinischen Einheitssprache in Südtirol gesetzlich verboten, was laut Professor Hans Goebel von der Universität Salzburg unverständlich, ja ein Absurdum sondergleichen ist. Während die deutsche und die italienische Sprachgruppe seit Jahrhunderten ihre Einheitssprache in Wort und Schrift benützen können, ist dies den Ladinern Südtirols verwehrt. Diese ist von den maßgeblichen ladinischen Kulturinstitutionen ausgearbeitet worden nach den Vorschlägen von Professor Heinrich Schmid von der Universität Zürich, der auch der Vater der romanischen Einheitssprache „Rumantsch Grischun“ ist, die seit 1991 in der Schweiz Verwendung findet, und zwar sowohl in der Schweizer Bundesregierung in Bern als auch in der Kantonsregierung in Chur.

Das ladinische Kulturinstitut war wesentlich an der Ausarbeitung der Einheitssprache beteiligt und hat die Publikationen „Gramatica dl Ladin Standard“ 2001 und das „Dizionar dl Ladin Standard“ 2002 wesentlich finanziert. Wie konnte dann im gleichen Jahr das Institut dem Land empfehlen, dieselbe Einheitssprache nicht von öffent-
lichen Institutionen
verwenden zu lassen, ja sogar zu verbieten!

Die ladinische Einheitssprache verwenden zu können, würde bedeuten, ihre Pflege und die gemeinsame Ausarbeitung von Neologismen zu fördern, anstatt dass jede Talschaft ihre eigenen Wörter erfindet, wodurch jedes Idiom sich von den anderen immer weiter entfernt, anstatt zusammenzuwachsen. Es ist zu hoffen, dass die Politiker zur Einsicht gelangen, dass die Förderung und Verwendung der Einheitssprache für das Ladinische lebenswichtig ist. Und dass der unsägliche Beschluss des Jahres 2003 revidiert und die freie Verwendung der Einheitssprache auch in der öffentlichen Verwaltung gestattet wird.

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