Leserbriefe

Wie langen halten wir das aus? 5

Aus ff 16 vom Donnerstag, den 16. April 2020

Leserbriefe
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In den letzten Ausgaben der ff berichteten wir über die Auswirkungen von Corona auf Politik, Gesellschaft und Wirtschaft

Sepp Kusstatscher, Villanders

Es geht mir darum, dass wir bei der Betrachtung der Infizierten und Toten aufgrund der Covid-19-Pandemie unsere Sichtweise so einstellen, dass wir nicht vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen. Das Virus soll hier nicht bagatellisiert werden. Aber panische Angst ist nicht hilfreich, um die Krise zu überstehen und über das Leben nach der Krise nachzudenken.
Die ständigen Nachrichten über die vielen Infizierten und Toten machen ängstlich und verhindern Gelassenheit, die wir gerade jetzt dringend bräuchten. Äußerst verzerrend und irreführend sind die absoluten Zahlen über Infizierte und Tote. Relative Zahlen würde die Realität viel besser wiedergeben. Wenn beispielsweise gesagt wird, dass Bozen am meisten Infizierte in Südtirol hat, so stimmt das nicht bezogen auf die Einwohnerzahl. Wenn darauf hingewiesen wird, die USA hätten jetzt mehr Infizierte und Tote als Italien, so ist das irreführend. Die USA haben fünfmal so viel Einwohner wie Italien.
Wenn das Leben des Menschen als so wertvoll angesehen wird, dass all die drastischen Maßnahmen ergriffen werden müssen, wieso werden die vielen Hungertoten weltweit nie erwähnt und verglichen? Der Fao (Food and Agricultural Organisation) zufolge leiden mehr als 800 Millionen Menschen chronisch an Hunger und es sterben jeden Tag 24.000 Menschen an den Folgen von Hunger, drei Viertel davon Kinder unter 5 Jahren. Sind die Ärmsten der Welt keine Menschen?
Wer die derzeitige Krise und die Folgen entspannt betrachten will und sich ­Gedanken machen möchte über notwendige Veränderungen, den lade ich zu einem kurzen Film von Christian Felber ein: https://www.youtube.com/watch?v=3RK0rtqyXm4

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