Leserbriefe

Wald schützen

 

Der Wald ist gut für Körper und Seele. Deshalb müssen wir auf ihn achten – das heißt etwa, keine Speicherbecken bauen

Schon immer lag mir der Wald am Herzen. Als Kind suchte ich, die kleine Schwarz­beeren-Klauberin mit ihren tiefblau gefärbten Fingern, die Märchenfiguren, die ich aus dem Märchenbuch kannte, hinter den mächtigen Baumstämmen.

Was suchen wir heute? Wir (be)suchen den Wald mit seiner mystischen Atmosphäre, seiner reinen Atemluft, der uns gratis erfrischende Erholung schenkt, auch uns nichtzahlenden Besuchern. Das Ökosystem Wald wirkt heilend auf die Psyche, es strahlt Ruhe und Ordnung aus, solange der Mensch nicht eingreift. Sobald der Mensch Hand anlegt, Kettensägen aufheulen und Betonmischer auffahren, steuert dieser Kosmos ins Chaos und endet in Zerstörung.

Dabei beeinflusst der Wald positiv unser Wohlbefinden. Dieser Umstand bleibt in unserer schnelllebigen Zeit allzu häufig unerkannt, weil die Natur keine Lobbyisten hat. Sie wirkt allein durch sich selbst. Sich unter einem Buchen-Blätterdach aufzuhalten, im Frühling die frischen Grüntöne und im Herbst die goldenen Farben zu genießen, tut uns Menschen gut.

Warum uns auch heute dieser Wald so am Herzen liegt? Ganz einfach: Weil wir ihn schätzen, und was wir schätzen, achten und schützen wir. Wir wollen nicht länger ­zusehen, wie es mit kleinen und großen Bagatelleingriffen dem Wald scheibchenweise an den Kragen geht. Ein paar Bäume hier, ein paar Bäume dort, ständig gibt es für irgendeine Interessengruppe einen Grund, diesen unwiederbringlichen Lebensraum zu zerstören. Obwohl wir in Zeiten der Klimakrise mehr denn je auf ihn angewiesen sind. Wir erwarten uns Respekt und Schutz für den Lebensraum Wald, der allen gehört.

Margherita Bertagnolli für die Initiativgruppe „Unser Wald“, Kaltern

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