Leserbriefe

Toblach statt Bonn

Aus ff 31 vom Donnerstag, den 31. Juli 2025

Neue Namen für die Schutzhütten? Gastkommentar von Wolfgang Strobl in ff 30/25

Dass der Vorstoß zur Umbenennung der Schutzhütten ausgerechnet vom eigentlich heimat- und traditionsbewussten Alpenverein Südtirol kommt, hat mich sehr verwundert und enttäuscht. Jedem Bergfreund ist beispielsweise die Kölner Hütte bekannt und vertraut. Eine Namensänderung schafft nur Verwirrung. Für die Italiener sollte sie „Rifugio Köln“ heißen – fertig. Ich habe ja auch kein Problem, in der Sandro-Pertini-Hütte am Fuße des Plattkofels einzukehren, die nur so heißt.

Es ist überhaupt ein Nonsens, dass Schutzhütten zwei Namen tragen. Die Ursache liegt im italienischen Nationalismus, der die Historie Südtirols bis heute ignoriert. Anstatt geschichtlich gewachsene deutsche Namen zu tilgen, sollten sehr wohl italienische Bezeichnungen auf den Prüfstand gestellt werden: Ihr Ursprung liegt vielfach im Ungeist des faschistischen Imperialismus, der die Italianität Südtirols vortäuschen wollte.

Unsere nach deutschen Städten benannten Hüttennamen stehen jedenfalls auf einem felsenfesten historischen Fundament, weswegen ihre Infragestellung ebenso überflüssig wie unangebracht ist.

Es geht hier um weit mehr als nur um die Namen von Schutzhütten: Wenn wir blindlings dem links-grünen Mainstream folgen und uns scheibchenweise von unseren Traditionen lösen, was bleibt dann am Ende noch von unserem kulturellen ­Erbe?

Peter Mitterhofer, Obermais

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