Neues Schuljahr, alte Probleme und protestierende Lehrpersonen: Braucht die Schule eine Revolution?
Leserbriefe
Unsere Schule
Aus ff 36 vom Donnerstag, den 04. September 2025
Lehrerstreit, Protest, Gehälter: nur ein paar Herausforderungen zu Schulbeginn
Der Protest der Lehrpersonen entlarvt das Systemversagen, er entlarvt die SVP. Die Empörung der Lehrkräfte ist laut, doch ihre Forderung ist bescheiden: eine Anpassung an die Realität!
Südtirols Lehrpersonen verdienen 40 % weniger als jene in Nordtirol, Pflegekräfte liegen ebenfalls bis zu 40 % zurück, Büroangestellte um Zehntausende Euro – das ist kein Betriebsunfall, das ist System, das hat System! Das nennt sich „System Südtirol“!
Seit Jahren lebt Südtirol im Widerspruch: Wir inszenieren uns als europäische Vorzeigeregion, zahlen aber wie Italien, wo die Wohn- und Lebenshaltungskosten weit niedriger sind. Autonomie? Ein schönes Wort – doch es endet, sobald es um Löhne und Gehälter geht.
Der programmierte Lehrerstreik ist kein isoliertes Problem, sondern ein Symptom. Solange Südtirol in einem System verharrt, das strukturell niedrigere Löhne vorsieht, werden Proteste nicht verstummen, sondern zunehmen und das SVP-System früher oder später ins Wanken bringen. Denn während Beschäftigte mit italienischen Tarifen leben müssen, orientieren sich hiesige Politikergehälter an europäischen Spitzenwerten.
Wer glaubt, dass ein Protest oder ein Streik allein das ändern wird, irrt. Hier geht es um die Veränderung eines tief verankerten und tief verfilzten Systems.
Florian Leimgruber, Sand i. Taufers
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