Südtirols Lehrpersonen wollen mehr Geld. Aber bei ihrem Protest geht es um weit mehr – um die Zukunft der Schule.
Leserbriefe
Alles Theater
Aus ff 40 vom Donnerstag, den 02. Oktober 2025
ff 39/25 über den Boykott der außerschulischen Projekte durch Lehrkräfte an staatlichen Schulen
Als Ex-Lehrer kann ich gut die Nöte und Schwierigkeiten unseres Berufsstandes nachvollziehen. Die gesellschaftlichen Herausforderungen, die Bedürfnisse der Eltern und der verwaltungstechnische Aufwand nehmen rasant zu. Aber jetzt mal ehrlich, findet ihr diesen Boykott nicht ein wenig überzogen?
Sicher, mehrtägige Klassenreisen sind ein schwieriges Kapitel, aber es gibt auch Lehrfahrten und Ausflüge innerhalb des Landes mit geringerem Aufwand. Viele Kultureinrichtungen haben ein reichhaltiges Angebot, das speziell auf Schulen ausgerichtet ist und das jetzt nicht wahrgenommen wird. Ich meine, wir Lehrer sind doch auch Kulturvermittler, das Bindeglied zwischen Schule und Gesellschaft. In eigener Sache möchte ich dazu ein Beispiel nennen. Zur Zeit findet in den Räumlichkeiten des Südtiroler Künstlerbundes in Bozen eine Ausstellung zum Thema Keramik statt. Ich betreue dort jeden Donnerstag einen Bereich zu historischen Kacheln.
Die Ausstellung wäre für Schulklassen eine einmalige Gelegenheit für einen Einblick in die Welt der Keramik. Es wäre schade, wenn durch den Boykott diese und andere Gelegenheiten verpasst werden.
Peter Chiusole, Steinhaus im Ahrntal
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